Ford Kohle mit Verstromung

Autor Steffen Dominsky

Der US-Autobauer steigt ins Geschäft mit dem individuellen Umbau auf E-Antriebe ein. All jene, die Oldtimer und andere Fahrzeuge ihres Verbrenners berauben wollen, sollen Komponenten des Mustang Mach-E GT frei erwerben können.

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Der „F-100 Eluminator“ ist laut Ford ein Vorgeschmack darauf, wie der Hersteller seine Kunden bei der Umstellung auf vollelektrische Antriebe auch im Fall historischer Fahrzeuge unterstützen möchte.
Der „F-100 Eluminator“ ist laut Ford ein Vorgeschmack darauf, wie der Hersteller seine Kunden bei der Umstellung auf vollelektrische Antriebe auch im Fall historischer Fahrzeuge unterstützen möchte.
(Bild: Ford)

Es ist wie mit Burger, Sushi oder Pichelsteiner Eintopf: Entweder man mag es, oder nicht. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Das trifft auch auf automobile Kost zu, gerade was Young- und Oldtimer betrifft. Immer öfter machen sich hier in jüngster Zeit Marktteilnehmer daran, traditionelle Verbrennungsmotoren durch moderne E-Antriebe zu ersetzen – siehe „Oldies unter Strom“. Auch hier gilt: Entweder man steht darauf, oder nicht.

Während diese vergleichsweise neue Wiese automobiler „Traditionspflege“ bislang fast ausschließlich von kleinen Unternehmen, Tunern oder auch Restauratoren bespielt wurde, mischt sich mit Ford nun erstmals ein Automobilhersteller mit ein. Und zwar nicht derart, dass er ein schickes, aber unverkäufliches Einzelstück kreiert (siehe Opel Manta GSe), oder eine Serie ankündigt, aus der dann doch nichts wird (Jaguar E-Type Zero). Nein, Ford bietet E-Auto-Umbauern sein Know-how bzw. seine Antriebstechnik als Einzelkomponente(n) zum Kauf an.

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E-Motor einfach als Ersatzteil bestellen

Vorgestellt hat der US-Autobauer sein diesbezügliches Engagement jetzt in Form des Pick-up-Trucks „F-100 Eluminator“ auf der Automesse SEMA in Las Vegas. Dabei handelt es sich laut Ford um „einen Ausblick auf die Zukunft der elektrifizierten Custom-Fahrzeuge“. Basis des Konzepts ist ein F-100-Pick-up aus dem Jahr 1978. Er verfügt über Allradantrieb dank zweier Elektromotoren, wie sie Ford im Mustang Mach-E GT verbaut. Zusammen bringen es die E-Maschinen auf umgerechnet 480 PS und 860 Nm Drehmoment.

Genau diese Maschine, den „E-Crate-Motor“ können Interessierte nun unter der Ersatzteilnummer „M-9000-MACH-E“ über Ford Performance Parts und autorisierte Ford-Teilehändler zum Preis von 3.900 US-Dollar (netto) ohne Probleme beziehen. Sie sind damit also nicht mehr darauf angewiesen, sich einen leistungsstarken E-Motor auf dem Schrottplatz zu besorgen – das ist die quasi gute Nachricht. Die schlechte: Noch bietet Ford Umbauwilligen keine weiteren E-Komponenten an, also beispielsweise Antriebsbatterien bzw. Regel- und Ladesysteme. Das soll sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Nach eigenen Angaben plant der Hersteller künftig besagte Komponenten ebenfalls als frei verkäufliche Ersatzteile anzubieten.

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