Kommt der Job-Kahlschlag? Zu diesen Sparmaßnahmen greifen Deutschlands Auto-Konzerne

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Bosch: Bei dem Technologiekonzern und Autozulieferer greifen verschiedenste Sparmaßnahmen. Bosch hatte schon vor der Corona-Krise angesichts der Transformation zu Elektromotoren angekündigt, Tausende Stellen an zahlreichen Standorten abbauen zu wollen. Inzwischen ist klar, dass die Werke in Bremen und Bietigheim ganz geschlossen werden. Anderswo sind Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit. Zudem wurde die wöchentliche Arbeitszeit von 35.000 Mitarbeitern in Entwicklung, Forschung, Vertrieb und Verwaltung an verschiedenen Standorten verringert. Es gibt entsprechende Gehaltskürzungen. Für Tarifbeschäftigte aus diesen Bereichen mit einer Arbeitszeit von mehr als 35 Stunden verkürzt sich die Wochenarbeitszeit um zehn Prozent.

Continental: Viele Kunden haben Bestellungen zurückgestellt oder könnten dies noch tun. Bereits vor der Pandemie hatte ein von der Belegschaft als schmerzhaft empfundenes Umbauprogramm begonnen, das nun verschärft wurde. Zuletzt nahm die Conti-Führung an, dass im Rahmen der Strategie „Transformation 2019-2029“ weltweit 30.000 Jobs „verändert“ werden, davon 13.000 in Deutschland – das schließt auch Streichungen oder Verlagerungen ein.

Während es bei Technik für Verbrennungsmotoren oder Hydraulik spürbare Einschnitte gibt, werden bei Elektronik und Software neue Stellen geschaffen. Für Irritationen sorgt aber besonders, dass auch im insgesamt noch profitablen Reifengeschäft massiv gespart wird. So gibt der Konzern das Reifenwerk in Aachen mit 1.800 Mitarbeitern bis Ende 2021 auf. Auch weitere Standorte verkleinert Conti, baut sie um oder schließt sie komplett.

Schaeffler packt die Personalkeule aus

ZF: Der Zulieferer vom Bodensee hatte im Mai intern angekündigt, in den nächsten Jahren bis zu 15.000 Stellen weltweit streichen zu wollen, die Hälfte davon in Deutschland. Die rund 50.000 deutschen Tarifbeschäftigten sind zwar bis Ende 2022 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt – darauf hatte sich der Konzern mit Arbeitnehmervertretern geeinigt. Jobs können aber trotzdem gestrichen werden, etwa über Abfindungen oder Altersteilzeitregelungen. Zugleich verzichten die Beschäftigten im laufenden Jahr auf eine Sonderzahlung in Höhe von 400 Euro.

Schaeffler: Das fränkische Familienunternehmen hat eigentlich immer betont, recht gut mit der Krise klar zu kommen. Die Autoindustrie ist nicht der einzige Abnehmer der Produkte, aus Herzogenaurach kommen etwa auch Antriebskomponenten für Windräder und andere Teile, die in der Industrie gebraucht werden. Doch im September packte Schaeffler überraschend die Personal-Keule aus. Zusätzlich zu einem bereits laufenden Freiwilligen-Programm sollen bis Ende 2022 rund 4.400 der weltweit mehr als 80.000 Stellen wegfallen, fast ausschließlich in Deutschland. Schaeffler will sich nach den Worten von Vorstandschef Klaus Rosenfeld neu aufstellen – vor allem in Richtung Umwelttechnologie und Elektromobilität. Für etwaige Übernahmen in diese Richtung wird auch eine Kapitalerhöhung vorbereitet.

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