Konzeptfahrzeuge: Nur schöner Schein?

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Mobil in der Stadt

Ebenso unklar ist, ob es der Tata Pixel jemals bis zur Serienreife bringen wird. Der indische Hersteller hat in Genf sein europäisches Stadtauto vorgestellt. Wenn er tatsächlich produziert wird, dann aber wahrscheinlich ohne die pfiffigen Flügeltüren; solche Gimmicks sind bisher noch immer dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Der gerade einmal drei Meter lange Stadtfloh soll vier Erwachsenen ausreichend Platz bieten. Als Antrieb ist ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Dieseltriebwerk vorgesehen, das mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,4 Litern auf 100 Kilometer auskommen soll. Der besondere Clou des Pixel ist sein extrem kleiner Wendekreis von lediglich 2,6 Metern. Den erreicht der Hersteller, indem er bei voll eingeschlagenen Vorderrädern die Hinterräder in entgegengesetzte Richtungen rotieren lässt.

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Das heißt, bei enger Kurvenfahrt dreht sich das kurvenäußere Hinterrad vorwärts, während das kurveninnere Rad rückwärts rotiert. Mit dieser Technik soll Einparken in engste Parklücken möglich sein. Sollte es Tata schaffen, dieses Feature zur Serienreife zu bringen, wäre das mit Sicherheit ein Verkaufsschlager in engen Großstädten.

Speziell für den Carsharing-Markt

Ebenfalls an den Stadtverkehr hat der Entwicklungsdienstleister Edag gedacht, als er die Studie „Light Car Sharing“ entworfen hat. Sie ist speziell auf den boomenden Carsharing-Markt ausgerichtet, weil insbesondere in Großstädten immer mehr Menschen auf ein eigenes Auto verzichten und sich bei Bedarf eines mieten. Das Edag-Konzept ist deshalb konsequent darauf ausgelegt, „unkompliziert von A nach B zu kommen“.

Mit einer Fahrzeughöhe von 1,90 Metern bietet es einen komfortablen Einstiegsbereich. Das war den Entwicklern wichtiger als ein niedriger Luftwiderstand, der bei einem Stadtfahrzeug ohnehin nur eine untergeordnete Rolle spielt. Dasselbe gilt für die Reichweite, die bei dem E-Mobil 100 Kilometer betragen soll.

Viel Wert legten die Entwickler dagegen auf eine robuste Karosserie. Damit der Wagen problemlos kleine Parkrempler verkraften kann, bestehen die Außenhautteile aus Faserverbundwerkstoffen und Kunststoff. An den Stoßfängern sitzen stoßabsorbierende Kunststoff-Pads, die rückverformbar sind. Die Karosserie ist laut Edag auf eine Nutzung von deutlich über zehn Jahren ausgelegt. Da der Dienstleister jedoch keine eigenen Autos baut, muss sich nun ein Hersteller finden, der das Konzept umsetzt. Die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht, denn derzeit entwickeln viele Autohersteller eigene Carsharing-Konzepte.

Sauber mit Erdgas

Auch die sehr seriennahe Studie des Fiat 500 mit Erdgas-Turbomotor kommt nicht von einem Autohersteller. Die Schweizer Erdgaswirtschaft hat dieses Auto gemeinsam mit dem Schweinfurter Ingenieurbüro BRA entwickelt. Der Zweizylinder-Twinair-Motor erzeugt eine Leistung von 62 kW/85 PS und soll mit einem Verbrauch von lediglich 2,9 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometern glänzen. Damit hat der Motor einen CO2-Ausstoß von nur 72 Gramm pro Kilometer – ein Wert, den heute nicht einmal Hybrid- oder Elektrofahrzeuge erreichen, jedenfalls wenn man die CO2-Emissionen der Stromproduktion in die Umweltbilanz einbezieht. Die Reichweite des bivalent ausgelegten Autos soll mit Erdgas 300 Kilometer betragen, Benzin ist für weitere 700 Kilometer an Bord. Die Höchstgeschwindigkeit geben die Schweizer mit 173 km/h an.

Der Fiat-Konzern hatte bei der Präsentation des Twinair-Motors im vergangenen Jahr auch für den Fiat 500 eine Erdgasvariante dieses Aggregats angekündigt. Allerdings steht eine serienmäßige Markteinführung der sauberen Antriebsvariante bei dem Hersteller bisher nicht auf dem Programm.

Von vorneherein keine Chancen auf eine Serienfertigung hat die BMW-Studie „Vision Connected Drive“. Schon der Name des Konzeptfahrzeugs macht deutlich, dass es sich lediglich um eine Vision der Entwickler handelt. Diese Vision betrifft die Multimediaausstattung und die Vernetzung des Autos mit seiner Umwelt. So hat der Roadster zum Beispiel ein erweitertes Head-Up-Display, das mit einer dreidimensionalen Darstellung von Informationen und Symbolen das reale Straßenbild mit virtuellen Inhalten verschmelzen lassen soll. Diese so genannte „Augmented Reality“ projiziert Hinweise zur Routenführung so auf die Frontscheibe, dass sie für den Fahrer direkt dort zu sehen sind, wo er wirklich abbiegen muss.

Zusätzlich soll die Konzeptstudie über ein frei programmierbares Instrumentenkombi verfügen, dessen Anzeigen das Head-Up-Display ergänzen. Dank einer ebenfalls dreidimensional strukturierten Display-Anzeige kann es einzelne Informationen je nach Fahrsituation optisch mehr oder weniger stark hervorheben, um die jeweils angemessene Aufmerksamkeit zu erzielen.

Besser vernetzte Fahrzeuge

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