Konzeptfahrzeuge: Nur schöner Schein?

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Besser vernetzte Fahrzeuge

Über ein zusätzliches „Passenger Information Display“ kann auch der Beifahrer im Konzept-BMW von der Vernetzung des Fahrzeugs profitieren. So soll er unter anderem online empfangene Informationen wie die Adresse eines Hotels für die Zielführung des Navigationssystems auswerten und bei Bedarf an das Instrumentenkombi des Fahrers weiterleiten können.

Für eine individuell abgestimmte Informationsauswahl soll der BMW zudem einen „Emotional Browser“ bekommen, der während der Fahrt zusätzliche Infos über die aktuell bereiste Umgebung personen- oder stimmungsbezogen filtern kann. Vielleicht ist es manchmal ganz in Ordnung, wenn Entwicklungen nicht den Weg in die Serie finden.

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Auch bei Ford ging es um das Thema Multimedia und die intelligente Steuerung der Systeme im Fahrzeug. Hier ist die Serieneinführung der Systeme jedoch schon beschlossene Sache. Ab 2012 sollen Autos von Ford mit „Sync“ und „My Ford Touch“ ausgestattet werden. Dahinter verbergen sich interaktive Schnittstellen zwischen Fahrer und Auto. Während My Ford Touch aus mehr oder weniger bekannten Kontrolltasten am Lenkrad und Touchscreen-Bildschirmen besteht, soll Sync eine besonders umfangreiche Sprachsteuerung sein, über die der Fahrer sowohl Fahrzeugfunktionen als auch angeschlossene Multimediageräte bedienen kann.

Dazu versteht die Software nach Unternehmensangaben 10.000 Befehle in 19 Sprachen und verschiedenen Dialekten. Adressen für die Navigation kann der Fahrer so zum Beispiel verbal eingeben. Sync soll zudem alle über USB und Bluetooth mit dem Auto verbundenen Geräte wie Mobiltelefone und MP3-Player über Sprachbefehle steuern können. Außerdem kann es eingegangene SMS vorlesen und die vom Fahrer per Sprache eingegebene Antwort versenden.

Das Auto als Hotspot

Darüber hinaus verwandelt Sync das Auto laut Ford in einen Wifi-Hotspot, der bis zu fünf Passagieren drahtlosen Internetzugang ermöglicht. Um mit den schnellen Entwicklungszyklen bei der Consumer-Elektronik mithalten zu können, soll die Software von zu Hause aus updatefähig sein.

Mit dieser Entwicklung hat Ford die Zeichen der Zeit erkannt. Laut einer Umfrage des Branchenverbades Bitkom wünschen sich rund 25 Prozent der deutschen Autofahrer mehr Internetfunktionen im Auto. Da ist es der richtige Weg, die zunehmende Funktionsvielfalt über Sprache zu steuern, denn das lenkt den Fahrer am wenigsten ab. Insofern ist es gut, dass die Hersteller doch nicht nur einen schönen Schein auf den Messen präsentieren, sondern auch Entwicklungen, die man – in Zukunft – wirklich kaufen kann.

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