Innovationsprämie Kritik an verlängertem Umweltbonus

Von Nick Luhmann

Erst war die Erleichterung groß, als das Wirtschaftsministerium die Verlängerung der Innovationsprämie bekannt gab. Dass ab Januar Plug-in-Hybride mit weniger als 60 Kilometern elektrischer Laufleistung nicht mehr förderfähig sind, sorgt aber für heftige Kritik. Tausenden Käufern drohen nun finanzielle Folgen.

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Die Ende 2021 auslaufende Innovationsprämie soll verlängert werden. Für Plug-in-Hybride mit geringerer elektrischer Reichweite soll die Förderung aber wie geplant auslaufen.
Die Ende 2021 auslaufende Innovationsprämie soll verlängert werden. Für Plug-in-Hybride mit geringerer elektrischer Reichweite soll die Förderung aber wie geplant auslaufen.
(Bild: BAFA)

Plug-in-Hybridfahrzeuge mit weniger als 60 Kilometern elektrischer Mindestreichweite und mehr als 50 Gramm CO2-Emissionen sollen ab 2022 nicht mehr gefördert werden. Das war grundsätzlich bekannt, betrifft aber auch die in diesem Jahr bereits bestellten Fahrzeuge, die aufgrund der Chipkrise nicht mehr vor Silvester ausgeliefert werden können. Denn eine Förderung ist nur dann möglich, wenn der Förderantrag noch im laufenden Jahr gestellt wird. Fahrzeugauslieferung und -zulassung sind dafür Voraussetzung.

Dies ergibt sich aus der Ankündigung der neuen Förderrichtlinie zur Innovationsprämie, die Wirtschaftsminister Robert Habeck am Montag vorgestellt hat. Das Kfz-Gewerbe fordert dagegen seit Langem, vom Auslieferungsdatum auf das Bestelldatum abzustellen. „Kunden, die im Jahresverlauf einen Plug-in-Hybrid bestellt haben, haben sich auf eine Förderung verlassen –, die ihnen nun möglicherweise verwehrt wird“, sagt Michael Ziegler, Präsident des baden-württembergischen Kfz-Gewerbes.

Das schade nicht nur dem Autohandel. Das bestrafe auch diejenigen Autokäufer, die etwas für den Klimaschutz tun wollen und sich an das elektrische Fahren heranwagten. Plug-in-Hybride seien eine wichtige Einstiegstechnologie für die Elektromobilität und würden mit dem Wegfall der Förderung abgewertet, so Ziegler.

Auch für das Kfz-Gewerbe sei das geplante Vorgehen verheerend. „Die Kfz-Betriebe im Land haben 2021 mit hohen Umsatzverlusten zu kämpfen. Gründe hierfür sind die monatelangen Lockdowns zu Jahresbeginn und der Mangel an Neufahrzeugen im Zuge der Chipkrise in der zweiten Jahreshälfte.“

Nun seien zigtausende Bestellungen offen. Darunter auch viele Hybridfahrzeuge mit einer elektrischen Reichweite von weniger als 60 Kilometern. „Unsere Betriebe werden die Enttäuschung der Kunden zu spüren bekommen und unter Umständen auch wirtschaftlichen Schaden nehmen, wenn die Förderrichtlinie wie geplant umgesetzt wird“, so Ziegler.

Er fordert die Politik dringend dazu auf, nachzubessern und eine Förderung für betroffene Fahrzeuge, die erst im kommenden Jahr ausgeliefert werden können durch eine Änderung der Fördervoraussetzung zu ermöglichen: Wenn das Bestelldatum und nicht das Zulassungsdatum ausschlaggebend ist, wäre das Problem gelöst.

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