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KÜS-Test von Ganzjahresreifen: Gruselige Gummis

| Autor: Jan Rosenow

Erschreckende Ergebnisse erbrachte ein Vergleich von asiatischen Allwetterreifen mit einem europäischen Premiumprodukt. Am besten zog sich noch der Apollo Alnac aus der Affäre.

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Bis zu zehn Meter mehr Bremsweg aus 80 km/h zeigten die No-Name-Reifen auf nasser Fahrbahn.
Bis zu zehn Meter mehr Bremsweg aus 80 km/h zeigten die No-Name-Reifen auf nasser Fahrbahn.
(Bild: KÜS)

Ganzjahresreifen liegen im Trend – logisch, dass sich verstärkt auch Billiganbieter in diesem Segment engagieren. Dabei ist die Konstruktion eines wirklich guten Alleskönners die hohe Kunst in der Reifenentwicklung, schließlich müssen Sommer- und Wintereigenschaften in einem Produkt vereint werden. Dass sich unerfahrene Produzenten hier schwer tun, kann nicht überraschen.

Wie groß die Unterschiede im Leistungsvermögen wirklich sind, das zeigt ein Test der Sachverständigenorganisation KÜS von sechs Profilen aus asiatischer Herkunft mit dem Referenzreifen Goodyear Vector 4 Seasons Gen 3. Bis auf Apollo – einen indischen Reifenhersteller, dem die Marke Vredestein gehört und der in vielen Reifentests bisher befriedigende bis gute Ergebnisse holte – dürften die Markennamen der anderen getesteten Reifen nur absoluten Branchenprofis etwas sagen: Ovation, Imperial, Superia, Blacklion und Berlin. Die getestete Dimension war die weitverbreitete Größe 205/55 R 16.

Zum (sehr guten) Referenzreifen Goodyear Vector halten alle No-Name-Anbieter deutlichen Abstand.
Zum (sehr guten) Referenzreifen Goodyear Vector halten alle No-Name-Anbieter deutlichen Abstand.
(Bild: KÜS)

Bei einer Vollbremsung auf nasser Fahrbahn aus einer Geschwindigkeit von 80 km/h hat im Vergleich zum Referenzreifen (31,7 Meter) der schlechteste der Billigreifen einen um zehn Meter längeren Bremsweg (41,6 m). Oder anders ausgedrückt: Wenn das Goodyear-bereifte Fahrzeug schon steht, beträgt die Restgeschwindigkeit des Superia-Fahrers noch 39 km/h.

Wie gut oder wie schlecht ein Reifen ist, zeigt sich auch beim Aquaplaning-Verhalten. Nur der Referenzreifen bleibt bei 80 km/h in der Spur und schwimmt nicht auf. Alle Konkurrenten verlieren bei dieser Geschwindigkeit den Bodenkontakt, das Auto untersteuert massiv und kann nicht auf Kurs gehalten werden.

Ähnlich schlecht verhalten sich die Asia-Pneus auf dem Handling-Kurs. Schon beim Anfahren fehlt es ihnen an Traktion, und das Auto mit den Referenzreifen fährt davon. Des Weiteren konstatierten die KÜS-Tester schlechtes Gripniveau, keine Seitenführung und kaum Traktion. Das Fazit der Experten lautete entsprechend knapp: Hände weg von Billigreifen!

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group