292482,278320 L.A. Auto-Show: Amerika ist wieder da

Autor / Redakteur: Jens Meiners/SP-X / Jens Rehberg

Im vergangenen Jahr fehlte teilweise noch das Geld für die Standbeleuchtung am Pressetag. Mittlerweile scheint die US-Autoindustrie auf dem Weg der Genesung. Unter anderem setzt Chrysler Zeichen.

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Ford Mustang „Boss“
Ford Mustang „Boss“
( Archiv: Vogel Business Media )

Ein Heimspiel ist die Messe an pazifischen Gestaden nicht gerade, und dennoch galt ein Gutteil der Aufmerksamkeit den „Big Three“ GM, Ford und Chrysler. Noch im vergangenen Jahr waren buchstäblich die Lichter ausgegangen, zahlreiche Exponate standen im Dunkeln, weil weder Hersteller noch Händler für die Kosten der Elektrizität am Pressetag aufkommen wollten.

Diesmal ist das anders. Vor allem Chrysler fährt relativ schweres Geschütz auf, um ein deutliches Lebenszeichen abzusetzen. Fast das gesamte Modellprogramm wurde überarbeitet - angefangen bei der Marke Dodge, die in Europa verschwindet. Hier ist es vor allem die Limousine Charger, die für Aufmerksamkeit sorgt: Er ist noch aggressiver gezeichnet als der Vorgänger und bereits in der Grundausstattung mit einem 218 kW/296 PS starken V6-Motor ausgerüstet. Gegen Aufpreis gibt es einen dumpf grollenden V8-Motor. Und die Bedienelemente aus dem Mercedes-Regal - der Vorgänger basierte auf der E-Klasse der Baureihe W210 - sind verschwunden. Eine leicht gedrosselte Version des Pentastar-V6-Motors treibt auch die überarbeitete Großraumlimousine Dodge Caravan und sein Schwestermodell Chrysler Town & Country an. Nach Europa kommt er übrigens unter dem Lancia-Label.

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Das gleiche gilt für den Chrysler 200, eine glückliche Evolution des höchst durchschnittlichen Sebring. Richtig Spaß macht der 200 allerdings erst mit dem Pentastar-V6 - und ob der in dieser Mittelklasse-Limousine nach Europa kommt, ist alles andere als ausgemacht. Der Nachfolger des Chrysler 300 stand noch nicht in Los Angeles.

Geringfügig fallen die Änderungen am Jeep Patriot und am klassischen Wrangler aus, der vor allem ein neues Armaturenbrett erhält. Der Grand Cherokee wiederum hinterlässt im Vergleich zum Vorgänger einen positiven Eindruck. Besonders große Hoffnungen setzt der Chrysler-Konzern in den Fiat 500. Er kommt mit einem 75 kW/102 PS starken 1,4-Liter-Motor auf den Markt und wird in Mexiko gebaut. Die Abweichungen zur europäischen Version sind erheblich. So gibt es eine konventionelle Sechsgang-Wandlerautomatik; die Heckstruktur wurde für amerikanische Crashtests angepasst; die Sitze sind flacher und breiter, und es gibt eine breite Armlehne.

Ford-Feldversuche

Ford zeigt den sportlichen Mustang Boss 302 und den 184 kW/250 PS starken Focus ST mit Vierzylinder-Turbomotor. Der neue Ford Explorer ist nach wie vor ein Hingucker, und im Interieur versucht der Hersteller, mit dem System MyFord Touch bzw. MyLincoln Touch Maßstäbe zu setzen. Dabei lassen sich die Bedienfelder über berührungsempfindliche Sensoren betätigen - das funktioniert allerdings noch nicht ganz glatt. Ob die Kunden diesen Status akzeptieren? Ford geht davon aus.

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