L.A. Auto Show: Amerika ist wieder da

Seite: 2/2

Firma zum Thema

„One Ford“: Rückkehr zur Weltauto-Strategie

Doch nicht nur GM tritt wieder selbstbewusst auf: Ford widmet sich mit Energie der Umsetzung der „One Ford“-Strategie. Sichtbares Zeichen sind die Escape/Kuga-Zwillinge, die mit deutlich europäisch geprägter Formensprache auf den Markt kommen. Die Baureihen Fiesta und Focus sind international weit aneinander angeglichen; einen eigenen Stil leisten sich die Amerikaner beim Mustang, der in ständig neuen Variationen auf den Markt kommt und eine treue, leistungssüchtige Klientel bedient.

Viel vorgenommen hat man sich in der Firmenzentrale in Dearborn mit der angestaubten Nobelmarke Lincoln. Sie soll mit neuen Formen und einer spezifisch amerikanischen Interpretation von Luxus Boden wiedergutmachen. Zunächst wird das Augenmerk auf den US-Markt gelegt, dann kommt Asien. Ein Europastart der Marke befindet sich in weiter Ferne.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Aufbruchstimmung bei Chrysler

Sogar bei Chrysler ist Aufbruchstimmung zu spüren. Und das liegt nicht nur am Fiat 500 und dem bevorstehenden, jedoch immer wieder verschobenen Marktstart der Marke Alfa Romeo. Auch die klassischen Boliden wie der Chrysler 300 und der Dodge Charger sind wieder gefragt. Die Spitzenversionen namens SRT8 leisten inzwischen 477 PS. Passt das noch in die Zeit? Ein Chrysler-Ingenieur kommentiert: „Wir konzentrieren uns mit den V8-Modellen auf das, was wir am allerbesten können.“

Die „Big Three“ also schauen optimistisch in die Zukunft - obwohl diese Messe eines ganz sicher nicht war: eine „grüne“ Messe. Natürlich gibt es deutliche Verbrauchssenkungen über die Flotten hinweg, und die Emissionswerte der Volumenmodelle sind auf ein teils sensationell niedriges Niveau gesunken. Doch den Spaß am Autofahren lassen sich die Amerikaner nicht mehr verderben - und das Thema „Umweltfreundlichkeit“ wird entsprechend unaufgeregt und ergebnisbezogen behandelt.

Dazu passt, dass die Möchtegern-Hoffnungsträger der Industrie, nämlich die E-Auto-Hersteller Tesla und Fisker, auf ihrer heimatlichen kalifornischen Scholle durch Abwesenheit glänzen. Aber das ist dieses Jahr eigentlich fast niemandem aufgefallen.

(ID:387578)