„Lada-Modelle mit eigener Designsprache“

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andree Stachowski

Seit Kurzem hat Lada in Deutschland zwei Modelle für unter 7.000 Euro im Programm. Dieter Trzaska, Geschäftsführer von Lada Automobile, erläutert die Zukunftspläne der Marke.

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Dieter Trzaska ist seit 1999 Geschäftsführer der Lada Automobile GmbH in Buxtehude.
Dieter Trzaska ist seit 1999 Geschäftsführer der Lada Automobile GmbH in Buxtehude.
(Foto: Grimm)

Redaktion: Lada hat kürzlich die zweite Kalina-Generation zum Startpreis von 6.950 Euro angekündigt. Ist das eine Folge des schwachen Rubelkurses?

Dieter Trzaska: Nein, Lada will dem Lada-Käufer die günstigsten Autos in Europa offensiv anbieten; in Abstimmung mit unserem Hersteller Avtovaz. Daher ist neben dem Kalina auch der Granta seit April für nur 6.750 Euro zu haben. Dazu kommt grundsätzlich die Entscheidung, dass Lada in Europa wieder sichtbar werden und den Pkw-Verkauf steigern will.

Das klingt nach einem grundsätzlichen Strategiewandel?

Durchaus. Nachdem Renault-Nissan die Mehrheit am russischen Autobauer Avtovaz-Lada übernommen hat, steht das Führungsgremium unter dem Vorsitz von Bo Andersson für eine europafreundliche Strategie. Mittelfristig soll der Export deutlich steigen, wenn auch natürlich nicht ausschließlich nach Europa.

Bedeutet das mittelfristig auch Veränderungen im Modellangebot?

Sicherlich wirkt die Renault-Nissan-Allianz in Lada hinein, was Qualität, Optik und automobile Erfahrung angeht. Grundsätzlich kann man sagen, dass Lada schick wird und die Modelle eine eigenständige, wiedererkennbare Formensprache bekommen. Das zeigt sich beispielsweise an Studien wie zum Lada Vesta, einem modernen Mittelklassewagen, der den Priora ersetzen soll. Weitere Top-Modelle sind mittel- und langfristig für Europa vorgesehen.

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Gegenwärtig ist Lada in Deutschland allerdings fast deckungsgleich mit dem Allrad-Klassiker Taiga/Niva …

Für die letzten Monate ist das richtig, weil der Kalina noch nicht mit Euro VI lieferbar war. Tatsächlich wird das 4x4-Modell zunächst unser zentrales Modell bleiben. Als Kleinserie für Deutschland werden wir das Auto noch bis mindestens Ende 2016, vielleicht noch 2017 auf den Markt bringen können. Dann wird er von einem neuen Allradmodell abgelöst.

Welche Pläne haben Sie mit dem Händlernetz?

Wir haben das Partnernetz im letzten Jahr umgebaut und auch verkleinert. Derzeit bilden es 40 Top-Händler und 80 B-Händler, dazu kommen noch 120 Servicepartner. Was uns aber weiterhin fehlt, ist die Marktabdeckung in den größeren Städten. Wenn die neuen Modelle kommen, müssen wir dort den Markt bearbeiten.

Welche Händler haben Sie denn im Blick?

Grundsätzlich alle, die Lada als gute Ergänzung ihres Angebots sehen. In der Regel sind es Mittelständler, unabhängig davon, mit welchen Marken sie bisher handeln. Dabei gilt für alle Interessenten, dass sie kaum investieren müssen, etwa 2.000 Euro in Werkzeuge und Tester.

Ein Merkmal von Lada war bisher die Umrüstung auf Autogas. Steht das Angebot noch?

Autogas soll eine starke Säule bei Lada bleiben. Alle lieferbaren Modelle sind auch mit einer Umrüstung auf Autogas erhältlich. Zuletzt hat der sinkende Benzinpreis die Nachfrage etwas gedämpft. Dennoch werden natürlich auch die neuen Modelle mit Gasantrieb erhältlich sein. Der Kalina wird als LPG-Fahrzeug immer noch unter 10.000 Euro kosten. Auch der Granta wird mit Autogas unter 10.000 Euro liegen können. Der 4x4 wird jetzt ab Mai 2015 mit Autogas, rechtzeitig zur Ferienzeit, unter 12.000 Euro zu fahren sein.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«