Russischer Automarkt Lada und Chinesen punkten im ersten Halbjahr

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Der russische Automarkt spielt für die (west-)europäischen Hersteller derzeit nur eine untergeordnete Rolle. Trotzdem gibt der Blick auf die Zulassungen Aufschluss über die Verschiebungen im Weltautomarkt. Sogar Opel ragt in der Statistik heraus.

Russlands Automarkt erholt sich derzeit. Neben Lada profitieren davon chinesische Fabrikate.
Russlands Automarkt erholt sich derzeit. Neben Lada profitieren davon chinesische Fabrikate.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der russische Automarkt hat sich im ersten Halbjahr 2021 von den Corona-bedingten Einbrüchen des Vorjahres ein Stück weit erholt. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden nach Angaben der Vereinigung europäischer Unternehmen in Russland (AEB) 870.749 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge erstmals zugelassen. Das waren 36,9 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2020. Damit hat die Nachfrage in Russland sogar die Zahlen der Vor-Corona-Jahre von 2019 und 2018 überschritten, als im ersten Halbjahr 830.000 bzw. 850.000 Neufahrzeuge registriert wurden.

Bemerkenswert ist die Zusammensetzung der Neuwagenflotte: SUVs stellen fast die Hälfte der Neuzulassungen (45,9 %), batterieelektrische Fahrzeuge spielen dagegen mit 522 Einheiten quasi keine Rolle. Leichte Nutzfahrzeuge kommen auf einen Anteil von 5,8 Prozent.

Der russische Neuwagenmarkt habe „eine bessere Dynamik als erwartet gezeigt“, kommentierte Thomas Stärtzel, Vorsitzender des AEB-Automobilherstellerausschusses, die Zahlen. Insgesamt blickt seine Organisation positiv auf das Restjahr: Insgesamt sei ein Neuwagenabsatz von 1,76 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen zu erwarten. Das wäre ein Plus von rund 10 Prozent. Ursprünglich war der AEB von etwa 2 Prozent Wachstum ausgegangen.

Von der positiven Entwicklung profitieren die einzelnen Marken allerdings ganz unterschiedlich. Hauptgewinner ist der Marktführer Avtovaz/Lada. Dessen Verkäufe schnellten um 51 Prozent auf 200.000 Einheiten hoch. Verfolger Kia konnte dagegen nur unterdurchschnittliche 33 Prozent zulegen (108.000 Einheiten). Deutlich wachsen konnte auch Skoda (+54 %). Die Tschechen liegen nun mit knapp 53.000 Einheiten auf Platz fünf der Zulassungsstatistik – und verdrängten damit VW.

Chinesische Marken und Opel legen stark zu

Auffällig ist zudem der Vormarsch chinesischer Fabrikate auf dem russischen Markt – wenn auch noch bei geringeren Stückzahlen. Haval etwa steigerte den Absatz um 144 Prozent auf 16.000 Einheiten im ersten Halbjahr. Chery verfünffachte die Verkäufe gar auf 15.500 Einheiten. Geely verdoppelte seine Verkäufe auf 9.300 Einheiten. Auch Neulinge wie Exeed (1.200 Einheiten) tauchen in der Statistik inzwischen auf.

Abwärts ging es dagegen insbesondere für Nissan. Die Japaner verloren als einziges großes Fabrikat sogar Absatz (-2 %). Dazu kommt das Ende der günstigen Tochtermarke Datsun, die im ersten Halbjahr 2020 immerhin noch 7.500 Einheiten verkaufte. Doch auch Toyota (+12 %) und Lexus (+23 %) blieben hinter der Marktentwicklung zurück.

Fun-Fact am Rande: Absoluter Gewinner nach prozentualem Wachstum ist die Marke Opel, die auf den russischen Markt zurückgekehrt ist. Ihr Absatz legte um 1.375 Prozent von 59 auf 870 Einheiten zu – und liegt damit immerhin vor Jeep oder Fiat.

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