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Lada will mit Granta neue Kundengruppen erschließen

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Die russische Marke hat auf der AMI den Granta als neue Limousine vorgestellt. Das Modell soll die Abhängigkeit vom Niva reduzieren, kommt aber zunächst nur als Stufenheck.

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Mit dem Granta legt Lada zum ersten Mal seit längerem wieder ein neues Modell vor.
Mit dem Granta legt Lada zum ersten Mal seit längerem wieder ein neues Modell vor.
(Foto: Lada)

Bei Lada bricht mit dem Modell Granta eine neue Zeitrechnung an. Das Fahrzeug, das zunächst als Stufenheck-Limousine auf den Markt kommt, steht auf der gleichen Plattform, auf der bereits der Kalina entstanden ist. Vor allem aber löst der Granta den Lada 2107 ab. Die Produktion des kantigen Klassikers, der in Westeuropa unter dem Namen Lada Nova vertrieben wurde, hatte der Autobauer Avtovaz Mitte April nach 30 Jahren eingestellt, nachdem die Absatzzahlen auch auf dem Heimatmarkt dramatisch eingebrochen waren.

Zu sehen war der Granta in Deutschland erstmals auf der AMI 2012 in Leipzig. Verfügbar sein wird das Modell in Deutschland allerdings erst im vierten Quartal des Jahres, sagte der Sprecher von Lada Deutschland, Bernd Haack, auf der Messe im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«. Unklar ist bisher auch noch die Preisgestaltung. Zwar heißt es in den offiziellen Unterlagen des Importeurs, dass das Modell zu einem Listenpreis angeboten werde, „der für die Automobilkunden erschwinglich ist“. Für umgerechnet 5.800 Euro ist der Granta in Russland zu haben. Für das Modell mit ABS und elektrischen Fensterhebern werden in der deutschen Presse 6.800 Euro genannt. In den Presseunterlagen gibt Lada als Einstiegspreis 6.900 Euro an.

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Auto für Nutzer ohne große Ansprüche

Praktisch, funktional, preisgünstig und geräumig – das sind die Attribute, mit denen der Granta hierzulande punkten soll. Als Zielgruppe dienen Autofahrer, „die das Auto als Verkehrsmittel von A nach B nutzen“. Das Modell eigne sich als Fahrzeug für Familien mit ein bis drei Kindern sowie für Fuhrparkbesitzer.

Um ein Low-Cost-Automobil zu schaffen, hat der Autobauer in Russland die Entwicklungs- und Fertigungskosten gesenkt. Dies gelang zum einen durch Effekte der Zusammenarbeit mit der Renault-Nissan-Allianz, zum anderen durch eine geringere Teileanzahl in verschiedenen Baugruppen des Granta. Beispielsweise ist die Zahl der Teile der Türverkleidung von 15 im Kalina auf jetzt nur noch drei gesunken. Sicherheit, Qualität, Komfort und Zuverlässigkeit des Autos würden darunter jedoch nicht leiden, versichert der Importeur.

Mittelfristig soll der Granta die komplette Abhängigkeit des Fabrikats in Deutschland vom Dauerbrenner Niva, dem unverwüstlichen Allradfahrzeug, mindern. Von Januar bis Mai gingen neun von zehn Verkäufen der Russen auf das Konto des Niva, nur 58 Neuzulassungen waren Priora- oder Kalina-Modelle. Allerdings weiß auch Haack, dass der Marktstart mit dem Stufenheck eher auf verhaltene Resonanz stoßen wird.

Allerdings hatte Lada gleiches bereits mit dem Kalina versucht. Der Kleinwagen mit verschiedenen Heckformen, der an die älteren Modelle des Opel Corsa erinnert, sollte als günstige Alternative in seinem Fahrzeugsegment punkten, kam über ein Nischendasein aber nicht hinaus.

Lieferbar in zwei Ausstattungsvarianten

Geliefert wird der Granta mit 1,6-Liter-Motoren, die in der Einstiegsversion „Norm“ als Achtventiler 87 PS entwickeln. In der Version „Luxus“ entwickelt der 16-Ventiler 98 PS. Hauptunterschiede sind Ausstattungsmerkmale wie ABS, Leichtmetall-Räder, elektrische und beheizbare Außenspiegel sowie eine Klimaanlage, die in der „Luxus“-Version serienmäßig sind.

Den Normverbrauch gibt Lada mit 7,4 Litern für den 87-PS-Motor und 7,1 Litern für den 98-PS-Motor an. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen bei 167 bzw. 175 km/h. Der Granta ist 4,26 Meter lang und 1,7 Meter breit, das Kofferraumvolumen beträgt 480 Liter, die Durchladung längerer Gegenstände erleichtert in der Version „Luxus“ eine geteilte Rücksitzbank.

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