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MAN Betriebsrat wirft Management Anstandslosigkeit vor

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Im September hatte MAN einen Abbau von 9.500 Stellen angekündigt. Betriebsrat und IG Metall wollten sich dagegen wehren, brechen nun aber die Gespräche ab – und erheben schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen.

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MAN will 9.500 Stellen streichen.
MAN will 9.500 Stellen streichen.
(Bild: MAN)

Der MAN-Gesamtbetriebsrat und die IG Metall haben die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite über den massiven Stellenabbau bei dem Lastwagenbauer abgebrochen. Betriebsratschef Saki Stimoniaris sagte am Mittwoch in München: „Das Unternehmen ist keinen Millimeter von seinen Kahlschlag-Plänen abgerückt. So verhandelt man nicht, das ist unanständig. Wir lassen uns nicht vorführen und kehren erst an den Tisch zurück, wenn das Unternehmen ernsthaft zu Verhandlungen bereit ist.“

Der zum VW-Konzern gehörende Lastwagenhersteller hatte im September angekündigt, 9.500 der insgesamt 36.000 Stellen zu streichen – davon etwa 5.600 im Lkw-Werk München, im Dieselmotorenwerk Nürnberg und im Komponentenwerk, Salzgitter. Zudem will MAN Teile der Produktion verlagern und einzelne Standorte zu schließen. Unter dem Druck der EU-Klimavorgaben soll sich das Unternehmen so zu einem der „führenden Nutzfahrzeughersteller im Bereich Elektro- und Wasserstoffantriebe“ wandeln.

Mit der Aufkündigung der bis 2030 geltenden Standort- und Beschäftigungssicherungsvereinbarungen seien auch betriebsbedingte Kündigungen möglich, erklärte der Betriebsrat.

Mitarbeiter befürchten Abwicklung

Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei MAN Truck & Bus, sagte: „Die IG Metall wird es nicht tolerieren, dass der MAN Unternehmensvorstand – offensichtlich ohne tragfähiges Zukunftskonzept für die Belegschaft – die Abwicklung eines der letzten Nutzfahrzeugherstellers in Deutschland kompromisslos vorantreibt.“

Ein MAN-Sprecher sagte: „Der Vorstand hat die Entscheidung des Betriebsrats mit Bedauern zur Kenntnis genommen.“ Der Schritt sei überraschend gekommen. Es gehe der Unternehmensführung nicht um Kahlschlag, sondern um eine notwendige Restrukturierung, um mit dem eingesparten Geld in alternative Antriebe und Digitalisierung investieren zu können. Der Vorstand bleibe gesprächsbereit.

Auch der Betriebsrat betonte, er wolle über eine zukunftsträchtige Lösung verhandeln. Aber auf einer Online-Betriebsversammlung nächste Woche solle die Unternehmensführung den Mitarbeitern „selbst erklären, warum diese stolze MAN abgewickelt werden soll – denn nichts anderes stellen die Pläne des Unternehmens dar“, sagte Stimoniaris. „Sozialverträglicher und zukunftsfähiger Umbau eines Unternehmens sieht anders aus und geht auch anders, wie die Konzepte der Arbeitnehmerseite zeigen.“

MAN schwächelt schon seit Jahren. Die EU-Klimavorgabe, bei Lastwagen bis 2025 im 15 Prozent und bis 2030 mindestens 30 Prozent weniger Kohlendioxid auszustoßen, erhöht den Druck. Dazu kommt zurzeit die Corona-Krise. Unternehmensführung und Arbeitnehmervertreter hatten zentral und an den Standorten über den Konzernumbau und Stellenabbau verhandelt und wollten eigentlich bis Jahresende eine Vereinbarung erzielen.

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