Erfolglose Käufersuche Lage für Ssangyong wird brenzliger

Autor: Christoph Seyerlein

Im Dezember hatte der südkoreanische Autohersteller ein Restrukturierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Nun übernimmt bei Ssangyong aber doch ein gerichtlich bestellter Insolvenzverwalter.

Firma zum Thema

Ssangyong steckt in finanziellen Schwierigkeiten.
Ssangyong steckt in finanziellen Schwierigkeiten.
(Bild: Ssangyong)

Das Konkursgericht in Seoul hat den koreanischen Autobauer unter Insolvenzverwaltung gestellt. Das berichten verschiedene Nachrichtenagenturen des Landes. Nach Angaben des Gerichts hat Mehrheitseigentümer Mahindra im Zuge einer autonomen Restrukturierung (ARS) keinen Investoren für die Marke gefunden. Deshalb übernimmt nun ein Insolvenzverwalter das Sagen.

Nach Berichten südkoreanischer Medien muss eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bis zum 10. Juni ihren Bericht über den Finanzstand des Autoherstellers vorlegen. Davor solle Ssangyong jedoch schon in einem Bieterverfahren potenziellen Interessenten zum Verkauf angeboten werden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Scheitert das, droht die Abwicklung.

Ssangyong befindet sich schon länger in finanziellen Schwierigkeiten. Im Dezember hatte das Unternehmen ein Restrukturierungsverfahren beantragt, nachdem es bei der Rückzahlung einer Kreditlinie in Höhe von 60 Milliarden Won (rund 45 Millionen Euro) in Verzug geraten war. Zuletzt hatten Zulieferer teilweise keine Teile mehr an den südkoreanischen Autobauer geliefert. Produktionsprobleme und -stopps waren die Folge.

Der Nettoverlust des Unternehmens hatte sich 2020 auf 478,5 Milliarden Won (358,4 Millionen Euro) ausgeweitet, nach 341,4 Milliarden Won ein Jahr davor. Der Absatz ging um 20,6 Prozent auf 107.416 Autos zurück. In Deutschland waren es 2020 lediglich 1.715 Einheiten.

Ssangyong Deutschland hatte zuletzt betont, dass die Situation des Konzerns aktuell keine Auswirkungen habe. Erst kürzlich hatte der Importeur zudem die Rückkehr des Rexton in überarbeiteter Form in sein Lieferprogramm bekannt gegeben.

(ID:47352416)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Entwicklungsredakteur