Lamborghini Aventador: 700 Pferde fürs neue Top-Modell

Autor / Redakteur: SP-X/jm/hh / Gerd Steiler

Der Nachfolger des Lamborghini Murciélago wird von einem neu entwickelten 6,5-Liter-V12-Motor (515 kW/700 PS) befeuert.

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Nach dem Motor ist nun auch der Name des neuen Lamborghini-Flaggschiffs bekannt: Aventador bedeutet frei übersetzt so viel wie „jemanden in den Hintern treten“. Den Namen Aventador hat sich Audi-Tochter Lamborghini unlängst bei der US-Patentbehörde sichern lassen – mit höchster Wahrscheinlichkeit für sein neues Top-Modell, das die Nachfolge des Murciélago antritt. Wie es Tradition ist, handelt es sich bei Aventador um den Namen eines berühmten Kampfstieres. In diesem Fall geht es um einen Bullen, der 1993 in Sevilla als besonders tapfer ausgezeichnet wurde.

Neues ISR-Getriebe

Gleichzeitig bedeutet der Ausdruck aber auch so viel wie „jemanden in den Hintern treten“. Das dürfte sich wohl auf die brachiale Kraft des neu entwickelten V12-Motors beziehen, die der Fahrer beim Gasgeben auch körperlich spürt. Der 6,5-Liter-Sauger entwickelt 700 PS Leistung und hat 690 Nm maximales Drehmoment, die über ein neues automatisiertes Siebengang-Schaltgetriebe (ISR-Getriebe) an alle vier Räder geleitet werden.

Bei der neuen Siebengang-Schaltung, die gemeinsam mit dem Getriebehersteller Graziano entwickelt wurde, verlaufen das Herausnehmen eines Gangs und das Einlegen des nächsten Gangs nicht hintereinander, sondern teilweise überlappend. Damit werden die Schaltzeiten im Vergleich zum Gallardo-Getriebe um 40 Prozent reduziert, gegenüber einem Doppelkupplungsgetriebe halbieren sie sich sogar, sagt Lamborghini.

17 Liter auf 100 Kilometer

Damit dürfte der neue V12 auch subjektiv den 5,2-Liter-V10 im Gallardo in den Schatten stellen. Der Verbrauch des neuen Supersportlers soll bei rund 17 Litern pro 100 Kilometer liegen - gut 4 Liter weniger als beim Murciélago. Auf eine Turboaufladung hat Lamborghini bewusst verzichtet: „Ein hochdrehender Saugmotor gehört zur DNA eines Sportwagens“, postuliert Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann. Tatsächlich hat Lamborghini - im Gegensatz etwa zu Ferrari und BMW - noch nie einen zwangsbeatmeten Sportwagen auf die Räder gestellt.

Premiere könnte der Ober-Stier bereits auf dem Genfer Salon 2011 feiern. Der Preis dürfte bei rund 300.000 Euro liegen. Der Vorgänger Lamborghini Murciélago wurde kürzlich nach fast zehn Jahren Bauzeit und 4099 produzierten Fahrzeugen eingestellt. Wie die Vorgänger Diablo und Countach wurde er von einem V12-Motor angetrieben, der zuletzt mindestens 640 PS leistete. Käufer mussten mindestens 285.600 Euro investieren

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