Lancia Voyager: Der Raumreisende aus Amerika

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Die Euro-Variante des seit 1984 produzierten Van-Klassikers Chrysler Voyager kommt Mitte November in den Handel. Der Newcomer überzeugt mehr mit inneren Werten als mit äußerer Schönheit.

Lancia Voyager: Die Euro-Variante des seit 1984 produzierten Van-Klassikers Chrysler Voyager kommt Mitte November in den Handel. Der Newcomer überzeugt mehr mit inneren Werten als mit äußerer Schönheit.
Lancia Voyager: Die Euro-Variante des seit 1984 produzierten Van-Klassikers Chrysler Voyager kommt Mitte November in den Handel. Der Newcomer überzeugt mehr mit inneren Werten als mit äußerer Schönheit.
( Lancia )

Der Chrysler Voyager gehörte zu den Urgesteinen der modernen Van-Vielfalt. Seit 1984 produziert, verkaufte sich der Siebensitzer rund 13 Millionen Mal weltweit. Jetzt kommt der in Kanada produzierte Van nach Deutschland und steht ab 12. November bei den Händlern. Allerdings firmiert er nun unter Lancia. Die Marke hat von Konzernmutter Fiat die Aufgabe erhalten, den Chrysler-Fahrzeugen in Europa eine neue Markenidentität zu geben.

Auch wenn der Voyager nun einen anderen Vornamen trägt: Unter dem leicht veränderten Blechkleid steckt die fünfte Generation, die seit 2008 in den USA erhältlich ist. Für seinen Einsatz als Lancia-Mitglied wurde er leicht modifiziert.

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Der neue Kühlergrill sowie die geänderten Leuchten sollen ihn auf den ersten Blick als Mitglied der Traditionsmarke erkennbar machen. Das gelingt jedoch nur bedingt. Auch im italienischen Blechkleid kann der Voyager seine Herkunft nicht verleugnen. Der erste Eindruck bleibt: groß und wuchtig. Die Verarbeitung wirkt zudem an der einen oder anderen Stelle leicht schlampig. Nett ausgedrückt: Mehr praktisch als schön könnte beim Designteam die Devise gewesen sein.

Viel Platz für Passagiere und Gepäck

Geblieben sind die zwei Schiebetüren, die sich per Knopfdruck öffnen und schließen lassen. Außerdem verfügt der Van weiterhin über das „Stow´n Go“ genannte Sitzsystem, bei dem sich die Plätze der zweiten und dritten Reihe mit wenigen Handgriffen flach im Fahrzeugboden verstauen lassen. Zum einfacheren Verständnis sind die Griffe durchnummeriert, so dass die Bedienung sofort gelingt.

Geradezu üppig ist das Stauvolumen. Selbst in der siebensitzigen Konfiguration stehen fast 1.000 Liter zur Verfügung, als Zweisitzer sind es fast 4.000 Liter. Einkäufe im Baumarkt oder beim Möbelhändler lassen sich so ganz locker unterbringen. Hier macht sich auch positiv bemerkbar, dass der Voyager in der Länge 5,22 und in der Breite 2 Meter misst und damit die klassischen europäischen Vans wie VW Sharan oder Ford Galaxy in den Außenabmessungen deutlich übertrifft. Ebenso großzügig ist das Platzangebote für die Passageiere. So sind selbst die hintersten Sitze auch für Erwachsene voll tauglich.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Im Gegensatz zur Außenlänge ist die Aufpreisliste recht kurz gehalten. Der zunächst nur in der Gold-Ausstattung erhältliche Van hat hohes Komfortniveau. Im Preis von 39.900 Euro (Benziner und Diesel) enthalten sind u.a. eine Dreizonen-Klimaautomatik, zwei Schiebetüren, Ledersitze, 17-Zoll-Felgen, elektrisch verstellbare Pedale und das praktische Sitzsystem. Aufpreispflichtig sind Metallic-Lackierung, ein großes Glasschiebedach, ein Totwinkel-Assistent sowie ein Navigations- und DVD-System.

Übersichtlich ist auch das Motorenangebot. Zwei Aggregate – ein Diesel und ein Sechszylinder-Benziner - stehen zur Wahl. Der 211 kW/287 PS starke 3,6-Liter-V6 dürfte aber ein Exot bleiben. Volumenmotor ist der 2,8-Liter-Diesel mit 120 kW/163 PS. Der wird nach Erwartungen des Herstellers wohl rund 90 Prozent der Bestellungen auf sich vereinen. Zwar kosten beide Triebwerke gleich viel, für den Selbstzünder sprechen aber die niedrigeren Verbrauchswerte. Durchschnittlich 7,9 Liter pro 100 Kilometer (207 g/km) sind vom Hersteller angegeben. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei für einen Van akzeptablen 193 km/h. Pro Jahr will Fiat rund 3.000 Einheiten des Lancia Voyager an den Kunden/Kundin bringen.

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