Landwind: Crash-Katastrophe

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Am Montag debütierte der "Landwind" auf der IAA. Jetzt ist der chinesische Billig-Geländewagen mit katastrophalen Ergebnissen beim ADAC-Crashtest durchgefallen.

( Archiv: Vogel Business Media )

Der neue Billig-Geländewagen Landwind aus China (Grundpreis 15.295 Euro) ist mit katastrophalen Ergebnissen beim ADAC-Crashtest durchgefallen. In der 20-jährigen Geschichte der ADAC-Crashtests hat noch kein Fahrzeug schlechter abgeschnitten, lautet das verheerende Urteil des Automobilclubs.

Die Bilanz des simulierten Unfalls: Die Fahrgastzelle, der Überlebensraum des fast zwei Tonnen schweren Autos, brach beim Frontal-Crash mit 64 km/h völlig zusammen. Der Fahrer hätte keine Überlebenschance gehabt. Nicht viel besser fiel der Seiten-Crash mit 50 km/h aus - auch hier hätte sich der Fahrer sehr schwere Kopfverletzungen zugezogen.

Fahrzeuge wie der Landwind entsprechen laut ADAC nicht annähernd dem mittlerweile sehr hohen Sicherheitsstandard von Autos in Europa. "Dank dieser sehr anspruchsvollen Anforderungen in puncto Insassenschutz ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Zahl der Verkehrstoten deutlich zu senken", so ADAC-Präsident Peter Meyer.

Vom Hersteller des Geländewagens, der chinesischen Jiangling Motors Company (JMC), fordert der Automobilclub jede Menge Nachbesserungen. Auf der langen Liste stehen unter anderem eine stabile Fahrgastzelle, eine geteilte Lenksäule, ein entschärfter Knie- und Kopfaufprallbereich sowie ein serienmäßiger Beifahrerairbag. Nach Meinung des ADAC sollten Autos mit einem so niedrigen Sicherheitsstandard keine Freigabe für den europäischen Markt erhalten.

Dass der Landwind in vielen Punkten nicht dem Stand der Technik entspricht, zeigte sich auch beim Autotest. Das wenig schmeichelhafte Urteil: Ausgeprägte Schlingerneigung, unpräzise Lenkung, kein ESP, lange Bremswege, kein ABS, mit 11,6 Litern Super ein hoher Verbrauch sowie schlampige Verarbeitung.

Auf der IAA in Frankfurt hatte der Geländewagen Landwind am Montag Europapremiere.