Leasingwirtschaft: Zehn Prozent Plus im ersten Halbjahr 2019

Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Das Pkw-Neugeschäft stieg in den ersten sechs Monaten um 13 Prozent, während sich das Maschinenleasing mit minus sechs Prozent schwach entwickelte.

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Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL).
Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL).
(Bild: BDL)

Die Leasingwirtschaft konnte ihr Neugeschäft mit Ausrüstungsgütern im ersten Halbjahr um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. „Damit schließt die Branche an die vergangenen Rekordjahre an“, führt Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL), aus. Treiber des Wachstums ist das Fahrzeugleasing. Das Pkw-Neugeschäft stieg in den ersten sechs Monaten um 13 Prozent. Die gewerblichen Zulassungen wuchsen von Januar bis Juni um 3,3 Prozent. Die Leasinggesellschaften haben von dieser Entwicklung überdurchschnittlich profitiert: Mit einem Plus von neun Prozent lag auch die Anzahl der geleasten Fahrzeuge deutlich über dem Vorjahreszeitraum. „Dies sind zum einen Nachholeffekte aufgrund des WLTP-bedingten Beschaffungsstaus im zweiten Halbjahr 2018“, begründet der BDL-Hauptgeschäftsführer die starke Nachfrage. „Zum anderen ist Leasing und vor allem das Fahrzeugleasing für Unternehmen attraktiver denn je.“ Neben der Flexibilität sieht er in den ergänzenden Services der Leasinggesellschaften wie Wartung, Inspektion, Schadenmanagement etc. entscheidende Kriterien, warum sich Unternehmen für das Leasing von Fahrzeugen entscheiden.

IT-Leasing im Plus, Maschinenleasing im Minus

Ebenso positiv entwickelte sich das IT-Leasing, das für die ersten sechs Monate ein Neugeschäftsplus von zwölf Prozent verzeichnet. „Ein sehr gutes Ergebnis angesichts der sich stark verändernden IT-Märkte. Denn neben der kontinuierlichen Preiserosion der Hardware sehen wir die Tendenz zur Abwanderung in die Cloud“, erklärt Fittler. Auch das Neugeschäft mit immateriellen Wirtschaftsgütern, darunter fallen Software, Patente oder Marken, legte um zwölf Prozent zu. Die beiden Segmente Medizintechnik und Nutzfahrzeuge wuchsen im ersten Halbjahr leicht unterdurchschnittlich um neun bzw. sieben Prozent.

„Leasing bietet passende Lösungen für die Herausforderungen der heutigen Zeit“, erläutert der BDL-Hauptgeschäftsführer. „Verkürzte Innovationszyklen, umweltfreundliche Mobilitätslösungen oder der digitale Wandel ziehen enorme Investitionen nach sich. Die Leasinggesellschaften sind besonders qualifiziert, diese Investitionen für ihre Kunden zu realisieren.“ Als Erfolgsfaktoren nennt er Objektkompetenz und Marktexpertise der Leasingbranche, die einzigartig in der Finanzierungslandschaft sind.

Schwach entwickelte sich dagegen das Segment Maschinenleasing. Es verzeichnete einen Rückgang von sechs Prozent im ersten Halbjahr. Dies spiegelt die aktuelle Entwicklung im Maschinenbau wider. Laut VDMA ging der Wert der Bestellungen in den ersten fünf Monaten um neun Prozent zurück. Der Branchenverband revidierte daher seine Jahresprognose nach unten und geht nun für 2019 von einem Produktionsminus von zwei Prozent aus. Ursache dafür seien geopolitische Verwerfungen (u. a. Handelsstreit USA – China, Brexit, weiterhin drohender US-Protektionismus, Haushaltslage Italiens) sowie der Strukturwandel in der Automobilindustrie und Unsicherheiten aufgrund von Klima- und Umweltpolitik. „Unsicherheiten sind Gift für Investitionen“, kommentiert der BDL-Hauptgeschäftsführer und fordert: „Die Politik sollte für investitionsfreundliche Rahmenbedingungen sorgen – Bürokratielasten abbauen, Infrastruktur ausbauen und den Standort Deutschland auch steuerlich wieder international wettbewerbsfähig gestalten.“

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