Herth+Buss Lecksuche an Klimaanlagen

Von Steffen Dominsky

Der Teilespezialist und Werkstattausrüster hat mit dem „SelectH2“ ein Lecksuchgerät im Sortiment, mit dem Werkstätten Undichtigkeiten an Klimaanlagen schnell und einfach aufspüren können sollen. Schließlich hat die Formiergasmethode Vorteile gegenüber anderen.

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Herth+Buss bietet mit dem SelectH2 ein Lecksuchgerät für die professionelle Ortung von Undichtigkeiten an Kfz-Klimaanlegen.
Herth+Buss bietet mit dem SelectH2 ein Lecksuchgerät für die professionelle Ortung von Undichtigkeiten an Kfz-Klimaanlegen.
(Bild: Herth+Buss)

Nicht nur in Deutschland arbeitende Italiener wissen, dass „Flasche leer“ alles andere als schön ist. Auch „Anlage leer“ ist ein mehr als unbefriedigender Zustand – gemeint ist die Klimaanlage in Fahrzeugen. Denn dann ist Schluss mit Kühlung und bei zahlreichen Autofahrern auch mit lustig. Entsprechend stehen Werkstätten in einem solchen Fall vor dem Problem: Wo ist das Leck? Die früher meist praktizierte Methode „Anlagen befüllen, Kontrastmittel zugeben und schauen, wo es leuchtet“ kommt heute nicht mehr zur Anwendung bzw. sollte sie nicht.

Verständlicherweise, schließlich sind Kältemittel umweltschädlich. Sie basieren wie R134a auf fluorierten Gasen. Doch auch R1234yf bzw. seine Zerfallsprodukte belasten die Umwelt. Entsprechend verlangt die EU-Verordnung Nr. 517/2014, Leckagen an Klimaanlagen unverzüglich zu reparieren, da es untersagt ist, fluorierte Treibhausgase in die Atmosphäre freizusetzen. Daraus folgt erstens, dass man übermäßig entleerte Klimaanlagen überprüfen muss, bevor man sie erneut mit Kältemittel befüllt. Und zweitens darf das Kältemittel selbst nicht zur Leckortung verwendet werden.

Auf Dichtigkeit prüfen, aber wie?

Klimaanlagen gelten dann als übermäßig entleert, wenn die jährliche Verlustrate von bis zu acht Prozent überschritten wurde und mehr Klimamittel fehlt als entsprechend fehlen dürfte. In dem Fall muss man davon ausgehen, dass eine Leckage vorliegt. Um dies zu ermitteln, sollte die Werkstatt zuerst eine Dichtheitsprüfung durchführen. Dabei erzeugt das Klimaservicegerät ein Vakuum. Ist nach einer definierten Dauer kein Druckabfall zu beobachten, gilt die Klimaanlage aus gesetzlicher Sicht als dicht. Ist die Klimaanlage aber undicht, muss man im nächsten Schritt die Leckage orten. Dazu gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen, worauf der Teilespezialist und Werkstattausrüster Herth+Buss hinweist.

Lecksuche mit Stickstoff

Bei dieser Methode wird ein Überdruck mit Stickstoff erzeugt und anschließend überprüft, ob dieser konstant bleibt. Die Lecksuche mit Stickstoff hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Das zur Überprüfung genutzte Manometer zeigt zwar einen Druckverlust und somit ein vorhandenes Leck an, jedoch nicht, wo es sich befindet. Deshalb ist die Stickstoff-Methode hauptsächlich für die „grobe“ Erstdiagnose geeignet.

Kältemittel-Lecksuchgerät

Ein Kältemittel-Lecksuchgerät reagiert auf austretendes Kältemittel und zeigt so an, wo sich die Leckage befindet. Diese Methode ist allerdings veraltet und wird in der Regel nicht mehr angewendet. Das liegt auf der einen Seite daran, dass Lecksuchgeräte nicht nur auf Kältemittel, sondern auch auf Fremdgase wie Benzin- oder Öldämpfe reagieren. Auf der anderen Seite müsste eine entleerte Anlage neu befüllt werden, was verboten ist.

Zugabe von Kontrastmittel

Bei dieser Vorgehensweise wurde dem Kältemittelkreislauf zuvor ein UV-Additiv zugegeben und durch die Anlage gepumpt. Eine undichte Stelle kann dann mit UV-Lampe und -Schutzbrille festgestellt werden. Besondere Vorsicht ist bei der Wahl des Kontrastmittels geboten. Dieses ist nämlich ölbasiert und muss daher auch zum Öl des Kompressors passen. Aber: Diese Methode ist streng genommen nur erlaubt, wenn man die Klimaanlage wieder befüllt, beispielsweise im Rahmen einer Instandsetzung und das Kontrastmittel prophylaktisch zugibt. Nicht aber im Rahmen einer Fehlersuche.

Formiergas

Als sehr effiziente Vorgehensweise, um eine Leckage zu orten, gilt die Methode mit Formiergas. Dabei befüllt man den leeren Klimakreislauf mit Formiergas, das zu 95 Prozent aus Stickstoff und zu 5 Prozent aus Wasserstoff besteht. Anschließend sucht man die Anlage mit einem Lecksuchgerät („Schnüffler“) ab. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass kein umweltschädliches Kältemittel austreten kann. Formiergas ist weder brennbar noch gesundheitlich bedenklich.

Professionelle Leckageortung mit dem SelectH2

Nach diesem Prinzip arbeitet auch das Lecksuchgerät „SelectH2“ von Herth+Buss. Es verfügt über eine Ansaugpumpe und zwei Gassensoren, die ausschließlich auf Wasserstoff reagieren. Das schließt Fehldiagnosen nahezu aus und erleichtert die Lecksuche. Schließlich dringen die kleinen Wasserstoffatome in höherer Konzentration durch undichte Stellen als das eigentliche Kältemittel. So können Werkstätten laut Herth+Buss selbst kleinste Leckagen und Haarrisse in kürzester Zeit ermitteln.

Das Unternehmen bietet verschiedene Modelle des Lecksuchgeräts an, die sich in der Länge des Schwanenhalses, der Größe und Form des Sensorkopfs, dem Gehäusetyp und der Ansaugpumpe unterscheiden. So steht Anwendern das für jeden Fahrzeugtyp passende Gerät zur Verfügung – selbst für große Lkw- oder Omnibus-Klimaanlagen.

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