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Leichte Diesel-Erholung bei Privat- und Geschäftskunden

| Autor: Andreas Grimm

Das Neuwagenwachstum im April haben Geschäfts-, vor allem aber Privatkunden angeregt. Doch trotz des hohen Anteils privater Erstanmeldungen hat sich im April der Anteil des Selbstzünders stabilisiert. Möglicherweise ist die Talsohle des Dieselabsatzes erreicht.

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Die Zahl der Auslieferungen an Kunden ist im April stark gestiegen.
Die Zahl der Auslieferungen an Kunden ist im April stark gestiegen.
(Foto: Mosolf)

Der Neuwagenabsatz basiert weiterhin auf einer echten Marktnachfrage durch Privat- und Geschäftskunden. Laut einer Analyse der Marktforschung Dataforce legten die beiden Segmente im April stark zu. Dagegen kamen über Eigenzulassungen sowie über Autovermieter weniger Fahrzeuge in den Markt als im Vorjahresmonat. An den grundlegenden Entwicklungen ändert dabei auch der Umstand nichts, dass der April 2018 zwei Arbeitstage mehr hatte als vor Jahresfrist.

Stärkster Treiber des Gesamtmarktwachstums von 8 Prozent im April ist wie in den vorangegangenen Monaten das Privatkundengeschäft. Im Vergleich zum April 2017 ließen private Halter 19,3 Prozent mehr Pkw zu. Das sind in absoluten Zahlen fast 20.000 Einheiten mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Entsprechend entwickelt sich das Gesicht des Privatkundengeschäfts: Inzwischen steht hinter fast 40 Prozent der Neufahrzeuge ein Privatkauf.

Auch die Firmenkunden und Gewerbetreibenden investieren wieder in ihre Flotten. In diesem Segment legten die Erstzulassungen um 13,2 Prozent zu. Das ist die stärkste Aufwärtsentwicklung seit dem Mai 2017. Zwischenzeitlich waren die gewerblichen Erstzulassungen immer wieder deutlich rückläufig gewesen.

Auffällig ist, dass trotz des überproportionalen Wachstums der Privatzulassungen, die Dieselzulassungen nicht weiter gesunken sind. Nach der vorläufigen Auswertung von Dataforce liegt der Dieselanteil im April bei 33,4 Prozent und damit etwas besser als im März (31,4 %). „Es mehren sich die Anzeichen für eine Stabilisierung des Dieselanteils“, heißt es von den Analysten. Im Firmenkundengeschäft habe sich die Dieselquote knapp unter der 60-Prozent-Marke eingependelt. Im Privatmarkt habe der Anteil erstmals in diesem Jahr wieder knapp über 20 Prozent gelegen.

Angesichts der lebhaften realen Nachfrage sinkt die Notwendigkeit für Hersteller, Importeure und Händler, zu taktischen Zulassungen zu greifen. Besonders zurückhaltend agierten die Hersteller und Importeure (-3,9 %), aber auch die Händler verzichteten auf die eine oder andere Eigenzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat (-0,5 %). Auch die wirtschaftlich meist wenig lukrativen Verkäufe an die Autovermietfirmen wurden im April deutlich zurückgefahren (-7.9 %).

Transportermarkt im Absatzrausch

Besonders gefragt waren im April 2018 die Transportermodelle. In dieser Fahrzeuggruppe, in der Dataforce die Neuzulassungen von leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities untersucht, legte der Absatz um 18,5 Prozent zu. Erneut erweist sich der Privatmarkt dabei als Absatzturbo. Privatkunden kauften 40 Prozent mehr Transportermodelle als im Vorjahresmonat.

Ein überproportionales Wachstum zeigt sich zudem für die Gewerbekunden, die ihre Erstzulassungen um 23,7 Prozent steigerten. Untypisch ist allein das Zulassungsverhalten der Hersteller, die 4,8 Prozent mehr Transporterfahrzeuge auf den Markt brachten als vor Jahresfrist. Der Handel (-3,4 %) sowie die Autovermieter (-3,7 %) hielten sich mit ihren Orders dagegen deutlich zurück.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«