Leichte Nutzfahrzeuge: WLTP-Wellenbad

Seit dem 1. September 2019 sind auch Aufbauhersteller verpflichtet, für ihre Um- und Ausbauten einen CO2-Nachweis zu erbringen – für viele ist das kaum umsetzbar. Ausnahmeregelungen der Bundesländer helfen zumindest vorübergehend.

| Autor: Holger Schweitzer

Die seit 1. September 2019 geltende WLTP-Richtlinie sorgte bei Herstellern von Aufbauten und Sonderfahrzeugen für Verunsicherung.
Die seit 1. September 2019 geltende WLTP-Richtlinie sorgte bei Herstellern von Aufbauten und Sonderfahrzeugen für Verunsicherung. (Bild: Volkswagen Nutzfahrzeuge)

WLTP war in den letzten Jahren wie ein Wellenbad. Es wirbelte die Branche durcheinander und ebbte dann wieder ab, nur um kurz danach wieder mit neuen Themen Wellen zu schlagen. Das gilt auch für das Nutzfahrzeugsegment, in dem seit dem 1. September 2019 alle leichten Nutzfahrzeuge WLTP-zertifiziert sein müssen. Anders als bei Kastenwagen und Pkws könnten sich hier die Hersteller zurücklehnen und die Verantwortung an die Aufbauhersteller und Sonderfahrzeugbauer (ABHs) weitergeben. Denn genau genommen sind diese für den CO2-Nachweis ihrer Um- und Aufbauten verantwortlich. Nach anfänglicher Sorge, dass dies der Anfang vom Ende für den individuellen Fahrzeugbau bedeuten könnte, können die ABHs nun aufatmen. Ausnahmeregelungen auf Bundesländerebene befreien die Betriebe von der CO2-Nachweispflicht – vorerst.

Denn die gut gemeinte Regelung, die für mehr Transparenz bei CO2-Emissionen sorgen sollte, erwies sich in der Praxis als untauglich. Die Hersteller von Aufbauten und Sonderfahrzeugen sind meist kleine mittelständische Betriebe, die individuelle Wünsche ihrer Kunden erfüllen. Die nach der WLTP-Gesetzgebung erforderlichen Nachweise zu erbringen, ist jedoch ein zeit- und kostenintensives Unterfangen, bei dem die Auswirkungen von Rollwiderstand, Fahrzeugstirnfläche sowie Masse auf den CO2-Wert ermittelt werden müssen. Eine Herausforderung, der viele der mittelständischen Betriebe im Fahrzeugbau nicht gewachsen sind.

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