Mercedes E-Actros Leise und recht ladefreundlich

Autor / Redakteur: sp-x / Tanja Schmitt

Die Elektrifizierung macht auch vor Lkw nicht Halt. Mercedes bringt nun den elektrischen Actros. Der kann zwar nicht ganz so viel laden wie ein Diesel-Actros, bietet dafür aber andere Vorteile.

Firmen zum Thema

Im Herbst startet die Serienproduktion des batterieelektrischen Mercedes Actros.
Im Herbst startet die Serienproduktion des batterieelektrischen Mercedes Actros.
(Bild: Daimler)

Im Herbst startet die Serienproduktion des batterieelektrischen Mercedes Actros. Der elektrische Lkw ist für den schweren Verteilerverkehr gedacht und wird als Zwei- oder Dreiachser angeboten. Die Reichweite beträgt bis zu 400 Kilometer. Die Antriebseinheit des E-Actros besteht aus einer elektrischen Starrachse mit zwei integrierten Elektromotoren und Zwei-Gang-Getriebe. Die E-Motoren sind flüssigkeitsgekühlt. Ihre Dauerleistung kommt auf 330 kW/449 PS, in der Spitze sind 400 kW/544 PS möglich.

Für Uwe Baake, Leiter Entwicklung Mercedes-Benz Trucks, ist der E-Actros ein wichtiges Produkt, um die „Kunden auf ihrem Weg zu CO2-neutralen Transportdienstleistungen“ zu unterstützen. Insbesondere die drohende Schließung von Innenstädten für Verbrennerfahrzeuge sei ein wichtiges Argument für das Modell.

Bildergalerie

Zwei Akkus stehen zur Auswahl

Zur Wahl stehen zwei Akku-Pakete. Der große Akku fasst 420 kWh und soll eine Reichweite von bis 400 Kilometern möglich machen. Der kleinere, 315 kWh starke Akku ist für bis zu 300 Kilometer gut. Geladen wird mit bis zu 160 kW. Der Fahrer bekommt im Multimedia-Display Angaben zum Ladezustand der Batterien sowie zur verbleibenden Reichweite und erfährt den aktuellen und durchschnittlichen Energieverbrauch. Außerdem bietet Mercedes digitale Flottenmanagementlösungen für eine effiziente Nutzung und eine Beratung für den Aufbau der geeigneten Infrastruktur samt Ladelösungen mit Hard- und Software an.

Als Solo-Fahrzeug hat der E-Actros als Zweiachser ein zulässiges Gesamtgewicht von 19 Tonnen, der Dreiachser von 27 Tonnen. Wird der Dreiachser mit Anhänger eingesetzt, ist ein Gesamtgewicht von bis zu 40 Tonnen zulässig. Die vom Gewicht des Anhängers und vom Aufbau abhängige Nutzlast beträgt beim Dreiachser zwischen 16,6 und 17,7 Tonnen, der Zweiachser kommt auf rund 10,6 Tonnen. Damit liegt die Nutzlast zwischen rund 500 Kilogramm bis zu einer Tonne unter der eines vergleichbaren Lkw mit Diesel-Antrieb.

Der E-Actros verfügt serienmäßig unter anderem über das Acoustic-Vehicle-Alerting System (AVA), das mit Warngeräuschen Fußgänger und Radfahrer auf den Elektro-Lkw aufmerksam machen soll. Zudem hat der Lkw den Abbiege-Assistenten „S1R“ an Bord. Dieser warnt den Fahrer beim Rechtsabbiegen vor Fahrradfahrern oder Fußgängern, die sich im toten Winkel befinden und leitet bei gefährlichen Abbiegesituation bis zu einer Abbiege-Geschwindigkeit von 20 km/h eine automatisierte Bremsung bis zum Stillstand des Fahrzeugs ein.

Dreimal so teuer wie normaler Actros

Der E-Actros, der in Wörth vom Band läuft, kostet rund dreimal sowie wie ein vergleichbarer konventioneller Actros. Die höheren Kosten relativieren sich durch stattliche Fördermaßnahmen sowie durch geringere Unterhaltskosten. Vorteile bringen zudem die Möglichkeiten von Nachtanlieferungen und die Einfahrt in Innenstädte, in denen es Dieselfahrverbote gibt.

Neben der Lösung für den Verteilerverkehr plant Mercedes für 2022 mit dem Niederflur-Lkw E-Econic die Serienfertigung eines elektrischen Lkw für den Fernverkehr. Zwei Jahre später soll der batterieelektrische E-Actros Long Haul debütieren; der Gen-H2-Truck mit wasserstoffbasierter Brennstoffzelle ist für die zweite Hälfte dieses Jahrzehnts avisiert.

(ID:47487082)