Lexus: Edel-Prius macht Hoffnung

Autor / Redakteur: Jan Rosenow, Julia Mauritz / Jan Rosenow

Mit dem Hybridmodell CT 200h steigt die Toyota-Premiumtochter in die Kompaktklasse ein. Geringer Verbrauch und Luxusausstattung sollen Audi- und BMW-Kunden anlocken.

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Kopfsprung ins Haifischbecken: Lexus-Kompaktwagen CT 200h.
Kopfsprung ins Haifischbecken: Lexus-Kompaktwagen CT 200h.
( Archiv: Vogel Business Media )

An diesem Samstag, 19. März, feiert der CT 200h, Lexus erstes Modell in der Kompaktklasse, Premiere im Handel und nimmt den Kampf mit den übermächtigen deutschen Konkurrenten Audi, BMW und Mercedes auf. Rund 2.000 Einheiten will die Toyota-Tochter noch in diesem Jahr vermarkten. Das entspricht in etwa dem Gesamtabsatz der Marke im Jahr 2010. Wichtigstes Merkmal des Neulings ist sein einzigartiger Antriebsstrang: Der CT 200h ist das erste Fahrzeug mit Vollhybridantrieb in diesem Segment.

Er soll laut Hersteller die niedrigsten Verbrauchs- und Emissionswerte in der Kompaktklasse aufweisen: Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 3,7 Liter auf 100 Kilometer, die CO2-Emissionen betragen nur 87 Gramm pro Kilometer. Auf einer Testfahrt auf Portugals Landstraßen und Autobahnstrecken verbrauchte er rund 5,5 Liter.

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„Wir sind sehr erfreut über die positive Resonanz, die der CT 200h bei unseren Kunden und Händlern erfährt“, kommentiert Andy Pfeiffenberger, Vice President Lexus Europe. „Europaweit übertreffen die Auftragseingänge bereits im Vorfeld unsere Erwartungen. Ich bin zuversichtlich, dass der CT 200h das europäische Lexus-Geschäft sehr positiv beeinflussen wird.“

In Deutschland wird der CT 200h inklusive zehn Airbags, Zweizonen-Klimaautomatik, Premium-Audiosystem und vier elektrischen Fensterhebern zu Preisen ab 28.900 Euro angeboten.

Kleine Flotten im Visier

In drei Jahren will Lexus in Deutschland nur noch Hybridmodelle verkaufen. 2010 hatten zwei von drei verkauften Lexus-Modellen Vollhybride. Durch den CT 200h soll der Hybridanteil auf 80 Prozent steigen. Im Visier hat Lexus mit dem CT 200h neue Kundengruppen: Der Importeur geht davon aus, dass er 30 Prozent des Gesamtvolumens mit gewerblichen Kunden erzielen wird, und hier besonders mit dienstwagenberechtigten Mitarbeitern und kleinen Flotten bis zu zehn Fahrzeugen.

Die restlichen 70 Prozent, so die Prognose, werden Privatkunden sein, die beispielsweise aus dem Volumen- in den Premiummarkt aufsteigen. „Eine interessante Zielgruppe sind die so genannten Empty Nesters, also Familien, deren Kinder ausgezogen sind, und Frauen, die Wert auf den Komfort der Oberklasse legen und sich ein handliches Auto wünschen“, sagt Lexus-Produktmanagerin Linda Schlösser.

Niedrige Wartungskosten und raffiniertes Design

Gegenüber dem deutschen Wettbewerb punktet der CT 200h nach Angaben von Lexus nicht nur mit niedrigen Verbrauchswerten und einem Kfz-Steuersatz von aktuell 36 Euro im Jahr, sondern auch mit besonders geringen Wartungskosten. Konstruktionsbedingt entfallen wartungsintensive Komponenten wie Zahn- oder Keilriemen, Kupplung, Anlasser und Lichtmaschine. Zudem schont die regenerative Bremse die Beläge.

Äußerlich betrachtet verbindet der CT 200h eine schlichte, aber elegante Steilhecksilhouette mit raffinierten Details wie den schmalen, bogenförmigen Scheinwerfern und der weit herumgezogenen Verglasung an der Heckklappe.

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Sein Erscheinungsbild orientiert sich an der aktuellen Lexus-Designsprache namens L-Finesse: Die geschwungenen Formen sollen die Umströmung der Karosserie durch den Fahrtwind visualisieren, während die markante Frontpartie und der lange Radstand laut Lexus das Gleichgewicht von Präzision und Kraft zum Ausdruck bringen.

Die Innenraumgestaltung hebt sich deutlich von der futuristischen Technikpräsentation anderer Hybridmodelle bei Toyota/Lexus ab. Klassische Formen, analog anzeigende Rundinstrumente und hochwertige Werkstoffe schaffen ein harmonisches, ansprechendes Ambiente.

Mit Oberflächen im Metallic-Finish und dunklen Soft-Touch-Materialien will Lexus die Premium-Qualität erreichen, die im Zielsegment der Stand der Dinge ist. Passend zum Charakter des CT 200h ist das Cockpit auf den Fahrer ausgerichtet; der Fahrersitz ist tief angebracht und soll mit seinen stabil ausgeführten Flanken besonders guten Seitenhalt bieten.

Das Cockpit des CT 200h ist optisch unterteilt in eine hoch angeordnete Informationsebene und eine tiefer platzierte Bedienebene. Oben findet sich ein acht Zoll großes LCD-Display, unten sitzt der kleine Wählhebel des E-CVT-Getriebes und das „Remote-Touch“-Bedienelement.

Ausschließlich mit Vollhybrid

Der Vollhybridantrieb des CT 200h stammt aus dem Toyota Prius und kombiniert einen 1,8 Liter großen Vierzylinder-Benziner mit einem Elektromotor; er stellt eine Systemleistung von 100 kW/136 PS zur Verfügung. Mit seinem stufenlosen Getriebe beschleunigt der CT 200h ruckfrei und ohne Zugkraftunterbrechung in 10,3 Sekunden von Null auf 100 km/h und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 180 km/h (Werksangaben).

Der Antriebsstrang bietet vier Fahrmodi: In den Betriebsarten „Eco“ und „Normal“ steht das entspannte und besonders ökonomische Fahren im Vordergrund, während im „Sport“-Modus gute Fahrleistungen und schnelle Reaktionen auf Gasbefehle angesagt sind. Der „EV“-Modus gestattet es schließlich, für wenige Kilometer nahezu geräuschlos mit rein elektrischem Antrieb zu fahren – und das ohne jegliche CO2-, NOx- und Rußpartikel-Emissionen.

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