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Lexus ES: Die Business-Class im Visier

| Autor: Jakob Schreiner

Mit der erstmals in Europa erhältlichen Mittelklasse-Limousine ES will Lexus Businesskunden von der Konkurrenz abwerben. Schmackhaft machen sollen Modell und Fabrikat die Business-Lounges, etwa im Brüsseler Flughafen, die als erster Kontaktpunkt zur Zielgruppe dienen.

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Die siebte Generation des Lexus ES wird es erstmals auch in Europa geben.
Die siebte Generation des Lexus ES wird es erstmals auch in Europa geben.
(Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

Die bereits siebte Generation des Lexus ES macht die japanische Premiummarke erstmals für Europa verfügbar. Dafür gibt es einen guten Grund, denn Lexus visiert mit dem Modelle eine spezielle Kundenklientel an. „Wir sprechen gezielt Geschäftsmänner an, die sich von der Masse abheben wollen“, sagte Lexus-Deutschland-Chef Heiko Twellmann am Rande der Fahrzeugpräsentation im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Die Abgrenzung zu den Konkurrenten von BMW, Mercedes, Audi und Co. solle über das Design und über den Hybridantrieb gelingen, so Twellmann. Der Lexus ES wird für Westeuropa zunächst nur mit einer Motorisierung in der Variante 300h angeboten.

Lexus ES: Businesskunden bevorzugt
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Diese Entscheidung verwundert nicht: Rund 90 Prozent der hierzulande verkaufen Lexus-Modelle sind Hybridfahrzeuge. Im vergangenen Jahr hat Lexus in Europa knapp 75.000 Fahrzeuge ausgeliefert, in Deutschland waren es rund 3.000 Stück. Damit konnte die Toyota-Tochter das vierte Wachstumsjahr in Folge verzeichnen. Auch für die nächsten Jahre will Lexus die Wachstumsserie fortschreiben, um im Jahr 2020 die 100.000er-Marke in Europa zu knacken. Dabei soll der ES eine weitere Säule im Modellprogramm sein, den echten Volumentreiber für Lexus sieht Twellmann jedoch im Boomsegment der SUVs mit dem UX.

Für das ES-Einführungsjahr plant er verhalten: Rund 200 Einheiten sollen an deutsche Kunden ausgeliefert werden. Interessant sei für den Importeur auch das Flottengeschäft bis zu einer Größe von 100 Fahrzeugen, hatte Twellmann bereits in einem früheren Gespräch gesagt. Um das ehrgeizige Ziel für Europa zu erreichen, muss Deutschland seinen Beitrag leisten, auch wenn die Auslieferungszahlen von 2017 dieses Jahr nur bestätigt werden sollen.

Gleichzeitig soll das Händlernetz bis zum Ende des Jahres auf 25 Standorte wachsen. Perspektivisch plant der Importeur mit bis zu 30 Händlern. Zurzeit vertreiben 19 Lexus-Partner in Deutschland die Fahrzeuge. Bislang verkaufen aber alle Lexus-Händler primär Toyota-Fahrzeuge, weswegen man sich auch auf diese Händler konzentriere. Grundsätzlich sei Lexus jedoch „offen für alle“, die Interesse an der Marke hätten und nicht aus dem Toyota-Netzwerk stammen.

Gleichzeitig betont Twellmann, dass der Lexus-Markenhandel hierzulande „kein einfaches Geschäft“ sei, da „die Marke in Deutschland relativ unbekannt“ sei. Die Kunden kämen nicht von allein, und viel hänge vom eigenen Engagement ab, weswegen die „Liebe zur Marke“ von Vorteil sei.

ES löst GS ab

Die Händler können ihren Kunden ab Januar 2019 den ES anbieten, der den Lexus GS ablösen wird. Der ES wächst im Vergleich zu seinem Vorgänger um rund 6,5 Zentimeter in der Länge und rund 4,5 Zentimeter in der Breite. Der Radstand vergrößert sich um fünf Zentimeter zugunsten des Platzangebots im Fond, in dem selbst Großgewachsene komfortabel Platz finden.

Angetrieben wird der ES 300h von einer Kombination aus 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner und Elektromotor, die zusammen auf 160 kW//218 PS kommen. Den Verbrauch soll das auf 4,7 Liter pro 100 Kilometer drücken. Der Innenraum orientiert sich stark an aktuellen Modellen und ist mit einem Head-up- und zwei weiteren Displays ausgestattet. Gegen Aufpreis gibt es ein Audiosystem von Mark Levinson mit bis zu 17 Lautsprechern.

Zum Serienumfang hingegen gehört das aus dem LC Coupé bekannte adaptive Fahrwerk. Wer etwas sportlicher unterwegs sein möchte, kann zur „F Sport“-Variante des ES greifen, die sich optisch durch einen Spoiler und 19-Zoll-Räder von den normalen Versionen absetzt. Außerdem ergänzt Lexus den „F Sport“ um zwei dynamischere Fahrmodi. Einen Preis für den neuen ES nennt Lexus noch nicht, den aktuellen GS gibt es hierzulande für 46.150 Euro. Der etwas kleinere IS ist für 38.500 Euro zu haben.

„Lounge by Lexus“

Um die auserwählte Zielgruppe auf den Lexus ES sowie die Marke im Allgemeinen aufmerksam zu machen, weihte der Hersteller vor der Präsentation des Fahrzeugs eine Business-Lounge im Brüsseler Flughafen ein. Neben Tokio und Dubai ist das weltweit die dritte Lounge des japanischen Herstellers. Eine weitere soll in Kürze in New York eröffnet werden.

In der „Lounge by Lexus“ findet der gestresste Geschäftsmann auf der Durchreise auf rund 700 Quadratmetern eine Bar, einige Arbeitsplätze sowie diverse Spa- und Wellness-Einrichtungen, Schlafmöglichkeiten und diverse Dusch- und Waschräume. Alles soll unter dem Motto der „japanischen Gastfreundschaft“ laufen. Insgesamt bietet die Lounge 175 Gästen Platz. Mit täglich rund 1.500 Personen, die sich im Schnitt eine Stunde dort aufhalten werden, rechnete das Fabrikat. In den Lounges soll den Besuchern die Marke subtil nähergebracht werden.

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So finden sich diverse Stilelemente in der Lounge – wie zum Beispiel die Fassade, die an den charakteristischen Kühlergrill der Lexus-Modelle angelehnt ist –, die sich von der Lounge über die Händler-CI bis hin ins Auto ziehen sollen. Aber es gibt auch direkte Verbindungen: Das Audiosystem von Hifi-Hersteller Mark Levinson beschallt die Lounge-Gäste und ist beispielsweise auch für den Lexus ES erhältlich. So entstehe laut Twellmann ein „nahtloser Übergang des Markenerlebnisses“. Dabei betonte der Lexus-Chef, dass die Designsprache auf dem aktuellen Stand sei und für die Händler dahingehend keine Veränderungen anstehen werden.

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Über den Autor

 Jakob Schreiner

Jakob Schreiner

Redakteur Ressort Service & Technik