Lexus GS Prototyp: In geheimer Mission

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Noch ist er schwarz und unscheinbar. Doch bald legt der neue Lexus GS sein Tarnkleid ab und kämpft weiter um Anerkennung neben Mercedes E-Klasse, BMW Fünfer und Audi A6. Dabei kehrt er erstmals auch den Sportler raus.

Firma zum Thema

Der neue Lexus GS kommt im Frühjahr 2012 in den Handel.
Der neue Lexus GS kommt im Frühjahr 2012 in den Handel.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Autobahnen zwischen Brüssel und Köln könnte Yashihiko Kanamori wahrscheinlich im Schlaf fahren. Und auch die Landstraßen kennt er wie seine Westentasche. Denn auch wenn der Lexus-Ingenieur sein Büro in Japan hat, kurvt er regelmäßig viele tausend Kilometer durch Europa. Schließlich ist er der Entwicklungschef für den neuen GS, der später im Sommer seine Weltpremiere feiert und im nächsten Frühjahr in den Handel kommt. „Und dieses Auto entwickeln wir vor allem auf den Straßen jenes Landes, aus dem unsere wichtigsten Wettbewerber kommen: Deutschland.“

War er dabei früher vor allem auf der deutschen Autobahn unterwegs, weil man schließlich nirgends sonst auf der Welt so schnell fahren darf, galt sein Augenmerk diesmal eher den Landstraßen. Denn hohe Geschwindigkeiten, viel Langstreckenkomfort und ein möglichst geringes Geräuschniveau sind eine Sache. Aber Fahrspaß ist etwas ganz anderes. „Und der war uns beim neuen GS wichtiger denn je“, sagt Kanamori.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Hat man Lexus früher eher mit Mercedes verglichen und damit in die Ecke der biederen oder gar behäbigen Business-Limousinen gerückt, sucht Kanamoris Mannschaft nun viel eher den Vergleich mit BMW. „Der Fünfer war für uns in Sachen Fahrdynamik die Messlatte.“

Um der näher zu kommen, hat der Chefingenieur tief in die Trickkiste gegriffen. Zum ersten Mal gibt es eine Lenkung mit variabler Übersetzung und genau wie beim Vorbild aus München eine lenkbare Hinterachse. Sie schlägt die Räder zwar nur um maximal 1,5 Grad ein, doch schon dieser kleine Winkel hat eine große Wirkung. Den Slalom auf dem Testgelände fährt die noch gründlich getarnte Limousine wie von selbst. Draußen auf der kurvigen Landstraße wirkt der Luxusliner dann plötzlich einen halben Meter kürzer und ein paar Zentner leichter.

In vier Stufen zwischen sportlich und sparsam

Wie stramm und sportlich der GS unterwegs ist, kann der Fahrer selber einstellen. Dort, wo andere den Drehknopf für Navi & Co haben, gibt es hier ein großes Rad für den „Drive Mode“. Er regelt nicht nur das Lenkgefühl, sondern auch das adaptive Fahrwerk, die Logik der sechsstufigen Automatik und die Kennlinie des Motors. Programmiert sind vier Stufen zwischen betont sportlich und betont sparsam, wobei man im Eco-Modus sogar noch sechs Prozent Sprit gutmacht, verspricht der Chefingenieur.

Auf Seite 2: Schöner, bequemer, sparsamer

(ID:380514)