Lexus-Strategie: Hybrid ist nicht alles

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Technisch anspruchsvoll, umweltfreundlich, aber etwas langweilig - so präsentierten sich bislang allzu oft die Modelle von Lexus. Künftig will die Toyota-Nobelmarke emotionaler und aggressiver auftreten.

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Lexus setzt auf Sportlichkei: Die neue Limousine GS zeigt die künftige Richtung der Marke auf. (Foto: Lexus)
Lexus setzt auf Sportlichkei: Die neue Limousine GS zeigt die künftige Richtung der Marke auf. (Foto: Lexus)

Die noble Toyota-Tochter Lexus hat nach wie vor ein etwas diffuses Image. Obwohl die Luxuslimousine LS400 bei ihrer Präsentation 1989 der deutschen Konkurrenz technisch teils überlegen war, wurden die Modelle - wohl auch wegen ihres konservativen Designs - lange als Mercedes-Kopien abgetan. Mit dem Geländewagen RX, später mit weiteren Modellen etablierte man sich dann vor wenigen Jahren als Hybrid-Experte. Die Umweltfreundlichkeit kauft man der Marke ab, Fahrspaß-Autos werden ihr jedoch weiterhin kaum zugetraut.

Das wollen die Japaner jetzt endgültig ändern - und setzen auf Sportlichkeit. Nach dem M3-Konkurrenten IS F und dem Supersportwagen LFA ist die in der oberen Mittelklasse angesiedelte GS-Baureihe unter den neuen Prämissen entwickelt worden. Flankiert wird sie auf dem Genfer Salon von der Sportwagen-Studie LF LC, die im nordamerikanischen Calty-Designzentrum entstanden ist.

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Beide Fahrzeuge tragen den neuen, von einer X-förmigen Kontur begrenzten Kühlergrill vor sich her, der in Europa "Diabolo-Grill" und in Nordamerika "Spindle Grille" genannt wird. "Unsere Designphilosophie ist immer noch L-Finesse, aber wir wurden gebeten, sie für den LF LC völlig neu umzusetzen", berichtet Edward Lee, der für das Exterieur verantwortlich zeichnet. Die Außenhaut des Sportwagens ist durch abstrakte Metallskulpturen mit fluiden Oberflächen und scharfen Kanten inspiriert.

Interieur: „Heller und wärmer“

Das Interieur des LF LC - der Name steht für Lexus Future Luxury Coupé - nutzt OLED-Technik und dreidimensionale Instrumente. Die emotionalen, futuristischen Formen heben sich deutlich von der kühlen Eleganz der aktuellen Lexus-Modelle ab. „Ich glaube, Interieurs werden heller und wärmer", sagt der verantwortliche Designer Ben Chang. Interessanterweise sind die sparsam eingesetzten Holzdekore flächig umgesetzt - der Werkstoff zeichnet keine dramatischen Formen, sondern ist auf natürliche Weise eingepasst.

Unter dem Blech des 2+2-Sitzers steckt - zumindest theoretisch - ein Hybridantrieb, dessen Kraft über die Hinterräder auf die Straße gebracht wird. Doch über die Technik wollen Lee und Chang nicht so gerne sprechen: "Es gibt keine Umsetzbarkeitsstudie für dieses Auto. Seine Signifikanz ist, dass wir auf ein emotionaleres und expressiveres Design setzen."

Neuer GS weist die Richtung

Genau das soll auch die Limousine GS verkörpern: „Dieses Auto zeigt die Richtung für die ganze Marke auf", sagt Chefingenieur Koji Sato: „Aggressiver, einzigartig und mit mehr Fahrspaß. Dieses Auto ist der Anfang". Sato meint damit nicht nur das Design, sondern auch die technische Basis. Ziel war es, dem Fahrzeug mehr Agilität und mehr Präzision mitzugeben - auch auf dem US-Markt. Denn auch die amerikanischen Kunden, so berichtet der Japaner, legen inzwischen Wert auf Fahrdynamik. „Wir werden darauf bei allen Baureihen besonderen Fokus legen und eine Lexus-spezifische Ausprägung finden."

Dazu gehört auch der Leichtbau. Bei der Hybridvariante GS450h ist es Lexus gelungen, das Leergewicht um 40 Kilogramm zu senken. Je nach Modellvariante ist übrigens eine Allradlenkung an Bord, mit der die Grenzen des Fahrwerks weiter hinausgeschoben werden können. „Die F-Sport-Variante ist mein Lieblingsmodell", sagt Sato. Hätte die Plattform nicht auch eine Hochleistungs-Variante im Stil des kleineren IS F verdient, die es mit BMW M5 und Mercedes E63 AMG aufnehmen könnte? Sato antwortet mit einem verbindlichen Lächeln.

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