Neues Kaufrecht Lieber Vermittler statt Händler

Autor / Redakteur: RA Joachim Otting / Silvia Lulei

Das Agenturgeschäft könnte ein Ausweg aus dem neuen Kaufrecht sein. Der Händler tritt als Vermittler auf, das Risiko trägt der Verkäufer. Bei der Vermarktung von Rückläufern kann der Plan aber nach hinten losgehen.

Beim Agenturgeschäft kann der Händler die Hürden des neuen Kaufrechts umgehen.
Beim Agenturgeschäft kann der Händler die Hürden des neuen Kaufrechts umgehen.
(Bild: ©ViDi Studio - stock.adobe.com)

Mit Beginn des nächsten Jahres tritt ein neues Kaufrecht in Kraft. Besonders anspruchsvoll wird es für den Autohändler, wenn der Käufer Verbraucher ist. Das liegt unter anderem daran, dass der Sachmangelbegriff in § 434 BGB neu strukturiert ist. Er enthält nun subjektive und objektive Komponenten. Eine subjektive Komponente ist das, was im Kaufvertrag vereinbart wurde (§ 434 Abs. 2), eine objektive ist das, was der Käufer nach Art der Sache erwarten kann (§ 434 Abs. 3).

Bisher ging es immer um das Vereinbarte. Auf das Übliche und zu Erwartende kam es bislang nur an, wenn nichts vereinbart wurde. Das ist künftig anders: Eine Sache muss so sein wie vereinbart und wie üblich. Verkauft ein Händler an einen Endkunden beispielsweise einen jungen Gebrauchtwagen, der nicht aufbereitet ist und der noch Kratzer und Dellen hat, dann ist das Fahrzeug auf den ersten Blick mangelhaft, denn ein solcher Zustand ist bei jungen Gebrauchtwagen nicht üblich.