Pininfarina Battista Limitierter Luxus-Stromer

Autor / Redakteur: sp-x / Viktoria Hahn

Den Einstieg in die moderne Autowelt beginnt bei Pininfarina ganz oben: 1.400 kW/1.900 PS leistet das Erstlingswerk, das elektrische Hypercar Battista. Trotz überbordender Muskeln und irrer Fahrleistungen soll sich der Flachmann auf Wunsch auch ganz manierlich fahren lassen.

Pininfarina hat die Abstimmungsfahrten mit dem Battista in Nardo abgeschlossen.
Pininfarina hat die Abstimmungsfahrten mit dem Battista in Nardo abgeschlossen.
(Bild: Pininfarina)

Pininfarina steigt zur neuen Automarke auf. Das Erstlingswerk der Italiener, das elektrische Hypercar Battista, hat gerade seine Abstimmungsfahrten auf der Hochgeschwindigkeitsteststrecke im italienischen Nardo abgeschlossen. Im Sommer 2021 sollen die ersten Exemplare des rund zwei Millionen teuren und 1.400 kW/1.900 PS starken Elektro-Boliden in Kundenhand gehen. Die müssen sich auf einiges gefasst machen. Doch ein Drehschalter soll ihnen helfen.

Mit seiner enormen Leistung und spektakulären Optik ist der Battista ein eigentlich typisches „Halo car“, welches die Welt darauf einstimmen soll, dass Pininfarina nun auch Automarke und nicht nur Designschmiede ist. Letztere wird es übrigens weitergeben, weshalb Pininfarina in zwei Geschäftsbereiche aufgeteilt wurde.

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Während das Designhaus auch künftig Auftragsarbeiten für andere Autohersteller ausführen wird, baut die Submarke Automobili Pininfarina (APF) Elektroautos. Für APF arbeitet René Wollmann als Sportwagendirektor. Der Ingenieur hat in der Vergangenheit bereits einige E-Projekte bei Mercedes-AMG begleitet und bezeichnet sich selbst als Elektro-Enthusiast. Seiner Meinung nach handelt es sich beim Battista zwar um ein „Halo Car“, doch nicht um eines, mit dem anschließend eine neugegründete Marke Mittelklassemodelle für den Massenmarkt verkaufen will.

Der Battista ist vielmehr ein Premium-Statement, das auf die Positionierung der Marke einstimmen soll. Die Italiener planen nämlich noch andere elektrisch angetriebene Luxusmodelle im hochpreisigen Segment. Ein weiterer Supersportwagen wird allerdings nicht dabei sein.

Plattform-Sharing mit Rimac

Kann man damit Geld verdienen? Laut Wollmann muss man bei einem Projekt wie dem Battista sehr smart sein, wenn man mehr als eine schwarze Null schreiben will. Das Plattform-Sharing mit Rimac ist dabei hilfreich. Fahrwerks- und antriebsrelevante Komponenten sowie das Monocoque des Battista stammen von der kroatischen E-Auto-Schmiede, während alles das, was man sehen, fühlen und anfassen kann, von Pininfarina kommt.

Neben bekannten Hypercar-Kunden zeigen verstärkt Leute aus den USA Interesse am Battista. Darunter viele, die noch nie einen Supersportwagen besessen haben und die eigentlich mit dem typischen Rowdy-Image dieser Fahrzeugklasse fremdeln. Im Fall des Battista handelt es sich jedoch um eine betont elegante Erscheinung, die sich auf Wunsch auch dezent, alltagstauglich und leise bewegen lässt. Damit erreicht der Battista einen neuen Kundenkreis im Hypercar-Business.

Funtool für lustvolles Fahrerlebnis

Obwohl die insgesamt vier Motoren ein irres Leistungspotenzial bereitstellen, ist der Battista kein reines Track-Tool. Für permanente Vollgasfahrten möglichst Richtung 350 km/h ist die technische DNA ohnehin nicht ausgelegt. Werden Antrieb und die auf rund 500 Kilometer Reichweite ausgelegte 120-kWh-Batterie thermisch zu intensiv gefordert, wird Leistung runtergeregelt.

Laut Wollmann handelt es sich vielmehr um einen Hyper-GT, ein Funtool, dass ein besonders lustvolles Fahrerlebnis auf kurvigen Landstraßen bieten soll. Den E-Antrieb in einer Alltagssituation ans Limit zu führen, ist in der Regel kaum möglich. Höchstens auf Vollgassausen auf einer leeren Autobahn in Deutschland ließe sich laut Wollmann das System an seine Grenzen treiben.

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