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Liqui Moly: Schmierige Zukunft

| Autor / Redakteur: Das Gespräch führte Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Die Anforderungen an moderne Motoren und damit das Motoröl steigen und steigen. Wie Liqui Moly aktuelle und künftige Entwicklungen einschätzt, verrät der stellvertretende Leiter des Öllabors der Ulmer, Oliver Kuhn.

Oliver Kuhn ist stellvertretender Leiter des Öllabors von Liqui Moly.
Oliver Kuhn ist stellvertretender Leiter des Öllabors von Liqui Moly.
(Bild: Liqui Moly)

Oliver Kuhn: Derartige Grundöle unterscheiden sich kaum von konventionellen Ölen der Gruppe III+. Ausgangsbasis ist ein Paraffinwachs, welches per Cracking in die entsprechenden Grundöle zerteilt wird. Das synthetische Wachs ist gegenüber dem aus Erdöl hergestellten etwas homogener. Es besitzt leichte Vorteile bei extremer Kälte, d. h. tiefer als –40 °C, und leichte Vorteile in den Verdampfungseigenschaften bei 250 °C. Diese Vorteile sind aber nicht so stark, dass nur die aus Gas gewonnenen Motoröle bestimmte Freigaben erreichen können. Alle modernen Freigaben werden auch von API-Gruppe III und III+ erreicht.

Vor Jahren hatten mit Biomethan betriebene Motoren zum Teil mit erheblichen Problemen/Schäden zu kämpfen. Ist mit solchen bei einem zunehmenden Einsatz biologischer Anteile in aktuellen Gas- und Flüssigkraftstoffen zu rechnen?

Moderne Motoröle werden bereits im Rahmen der Acea-Normen 2016 und auch der kommenden Acea 2018 ganz besonders auf das Handling mit solchen Kraftstoffen hin geprüft. Bei normalem Einsatz sind hier keine Probleme zu erwarten, d. h., dass die Motoren immer auf eine ausreichende Betriebstemperatur und Jahresfahrleistung kommen. Bei starkem Kurzstreckeneinsatz sind aber selbst den besten Motorölen Grenzen gesetzt, und der sich ansammelnde Anteil an nicht verbranntem Biokraftstoff kann zu Problemen führen. Das ist bei B7-Diesel der Fall. Bei der jüngsten Generation an Biokraftstoffen handelt es sich um hydrierte Pflanzenöle und andere vollsynthetische Kraftstoffe. Diese weisen zum Teil sehr gute Eigenschaften auf, aber haben, wie auch klassische Kraftstoffe, trotzdem die Tendenz, im Motor Ablagerungen zu bilden oder mangelnde Schmiereigenschaften aufzuweisen. Hier ist man gut beraten, wie bei den klassischen mineralischen Triebstoffen ab und zu ein Additiv zur Reinigung des Kraftstoffsystems oder zur Schmierverbesserung zu verwenden.