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Lkw-Fahrerarbeitsplätze: Vom Bock zum Büro

| Autor / Redakteur: sp-x / Viktoria Hahn

Einst ein Sitzplatz unter freiem Himmel, heute ein mobiles Heim mit Monitoren und Verbindung zur Cloud: Ein Blick zurück zeigt, wie sich der Lkw-Arbeitsplatz in den vergangenen 125 Jahren verändert hat.

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Bildschirme ersetzen heute die klassische Instrumententafel, zum Beispiel beim neuen Volvo FH.
Bildschirme ersetzen heute die klassische Instrumententafel, zum Beispiel beim neuen Volvo FH.
(Bild: Volvo)

Noch heute sitzen Lkw-Fahrer „auf dem Bock“. Doch vom luftgefederten Fahrersessel in heimeliger Kabine konnten die ersten Trucker nur träumen: Wie auf einem Kutschbock nehmen sie ab 1896 auf den ersten Lkw, erfunden von Gottlieb Daimler, unter freiem Himmel Platz. An Ergonomie am Arbeitsplatz für die Motorkutscher genannten Fahrer verschwenden die Lkw-Konstrukteure anfangs kaum einen Gedanken; immerhin werden die Fahrer recht schnell mit einem Dach über dem Kopf bedacht.

In den 1930er Jahren erlangt die Nutzfahrzeugtechnik die nötige Reife, der Schiene auf längeren Distanzen ernsthaft Konkurrenz zu machen. Jetzt entwickelten sich auch die Fahrerhäuser weiter. Beim Typ 3256 von 1928 des schwedischen Herstellers Scania-Vabis blickt man immerhin schon auf eine Art frühzeitliches Kombiinstrument, mit Tacho und Kilometerzähler. MAN bietet in dieser Zeit beispielsweise die Ausstattung mit Kurbelfenstern und einer leicht ausstellbaren Windschutzscheibe sowie elektrischem Signalhorn an.

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Ergonomie und (Bedien-)Komfort im harten Arbeitsalltag der Trucker wird ab den 1950er Jahren wichtiger. Der MAN F8 offeriert ab 1951 eine größere Fahrerkabine, Drehfenster für bessere Belüftung, einen in Höhe und Länge verstellbaren Fahrersitz sowie Wärme- und Lärmisolierung.

In Haptik, Material und Anordnung der Instrumente entspricht die Lkw-Kabine zum ersten Mal dem Standard der Pkw. Der Fahrtenschreiber wird 1953 gesetzliche Pflicht, vorher mussten die Lkw-Fahrer ihre Lenk- und Ruhezeiten handschriftlich dokumentieren.

Unterschiedliche Arbeitsplätze je nach Einsatzgebiet

Je nach Einsatzzweck unterscheiden sich nun die Arbeitsplätze. Ein recht sachliches Beispiel ist das Cockpit der schweren Kurzhauber von Mercedes-Benz. Die ab 1958 gebauten und zum Beispiel im Baustelleneinsatz als Kipper oder bei Feuerwehr und THW genutzten Fahrzeuge bestechen durch ihre ebenso einfache wie robuste Technik, die auch in der bescheidenen Instrumentierung des Cockpits seinen Ausdruck findet: Lackierte Brüstung aus Blech, großes, feingliedriges Bakelit-Lenkrad, übersichtliche Schalter; nicht fehlen darf zu dieser Zeit auch ein Aschenbecher.

Komfortabler ausgestattet werden die im Fernverkehr eingesetzten Modelle, sind sie ja Arbeitsplatz und Wohnraum zugleich. Einige haben bereits in den 1950er Jahren Klapptisch und Schlafkabine oder umlegbare Sitzpolster zum Schlafen.

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