Gebrauchtwagen Lockdown treibt Zahl der Pkw-Halterwechsel in den Keller

Autor: Andreas Grimm

Nichts geht mehr im Pkw-Handel. Neben dem Absturz der Neuzulassungen hat der Lockdown im Handel auch das Gebrauchtwagengeschäft im Januar eingefroren. Die Folgen sind in allen Fahrzeugklassen zu spüren.

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Auf seinem Gebrauchtwagenplatz hat Grampp einen eigenen Verkaufspavillon gebaut.
Auf seinem Gebrauchtwagenplatz hat Grampp einen eigenen Verkaufspavillon gebaut.
(Foto: Achter/»kfz-betrieb«)

Der andauernde Lockdown im Automobilhandel hat den Aufwärtstrend im Gebrauchtwagengeschäft jäh beendet. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) fanden im Januar nur noch 446.912 Pkw einen neuen Halter. Das waren 29,4 Prozent weniger als im Januar 2020. Damit ist die Gebrauchtwagen-Nachfrage ähnlich stark eingebrochen wie der Neuwagenmarkt mit einem Rückgang um 31,1 Prozent im Januar.

Angesichts dieser Zahlen ist der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe alarmiert. „Die Situation im Autohandel wird von Woche zu Woche schwieriger“, sagte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. Für den nächsten Bund-Länder-Gipfel am 10. Februar fordert der ZDK eine klare Aussage für die Wiedereröffnung des Autohandels. Ohne Öffnung drohe dem Kfz-Handel „ein verheerender und nicht wiedergutzumachender Schaden“.

In den letzten Monaten des Jahres 2020 hatte sich der Gebrauchtwagenmarkt deutlich stabilisiert. War die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen nach sechs Monaten mit 3,2 Millionen Einheiten noch 11,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau geblieben, verzeichnete das KBA zum Jahresschluss nur noch ein Minus von 2,4 Prozent. Der Dezember 2020 hatte gar mit einem Plus der Halterwechsel von 5,3 Prozent geendet.

Ebenfalls anders als in den vorangegangenen Monaten starte auch das Geschäft mit gebrauchten Nutzfahrzeugen ins neue Jahr. Für diese Fahrzeugklassen hatte das KBA mit Ausnahme des Bus-Segments deutliche Zuwächse ausgewiesen. Dieser Trend endete im Januar nun durch die Bank: In keinem Fahrzeugsegment ging die Zahl der Besitzumschreibungen im Januar nach oben.

Besonders tief im Minus sind einmal mehr die Bus-Umschreibungen. Hier wechselten noch 476 Fahrzeuge den Halter (-35,9 %). Bei den klassischen Lkw ging es mit 9,7 Prozent sehr deutlich bergab. 33.815 Fahrzeuge wechselten den Besitzer. Dagegen bleibt die Entwicklung bei den Zugmaschinen mit einem Rückgang um 0,8 Prozent weitgehend stabil (11.162 Einheiten).

Einen erheblichen Rückgang erlitt zudem das Geschäft mit gebrauchten Krafträdern, das in Jahresverlauf 2020 fast durchgängig geboomt hatte – und dabei wohl vom neuen Trend zur individuellen Mobilität profitiert hatte. 16.919 Besitzumschreibungen sind ein Rückgang um glatt ein Fünftel im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«