London Taxi: Nach Neustart soll das Händlernetz wachsen

Autor: Andreas Grimm

Nach der Elektrifizierung des klassischen Londoner Taxis will der Hersteller LEVC mit seinem Produkt europaweit wachsen. In Deutschland sei der Absatz zuletzt „stark“ gewesen. Im Laufe des Jahres soll ein elektrischer Lieferwagen das Taxi-Modell ergänzen.

Firmen zum Thema

Das Geely-Tochterunternehmen LEVC verkauft das vom London Taxi abgeleitete Modell TX5 auch in Deutschland.
Das Geely-Tochterunternehmen LEVC verkauft das vom London Taxi abgeleitete Modell TX5 auch in Deutschland.
(Bild: Ioki)

Das elektrifizierte „London Taxi“ kommt langsam in Fahrt und gewinnt auch außerhalb der englischen Heimat Kunden. In Deutschland vertreiben derzeit vier Händler das offiziell TX genannte Elektrofahrzeug, das sechs Fahrgästen zusätzlich zum Chauffeur Platz bietet. Um den Absatz langfristig zu erhöhen, erweitert der zum Geely-Konzern gehörende Hersteller LEVC das Portfolio um einen elektrischen Lieferwagen. Zudem soll das Händlernetz ausgebaut werden.

Seit dem Neustart des London Taxi als Elektrofahrzeug mit Range Extender im Jahr 2018 – unter anderem mit der Vorstellung des TX in der britischen Botschaft in Berlin – wurden 3.800 Einheiten verkauft, davon 2.500 im letzten Jahr. 87 Prozent der Verkäufe entfielen noch auf Großbritannien, rund 500 Modelle gingen in den Export. Insgesamt ist das Fabrikat derzeit in zehn Märkten aktiv, die wichtigsten außerhalb der Heimat sind Deutschland, Frankreich und die Niederlande.

London Taxi TX: In Deutschland angekommen
Bildergalerie mit 14 Bildern

Exakte Zahlen für die einzelnen Märkte nannte LEVC auf Nachfrage nicht. Generell steige in Europa die Nachfrage nach emissionsfreien Mobilitätsdiensten und insbesondere in Deutschland. Die Verkäufe hierzulande seien „stark“ gewesen. In Deutschland gibt es derzeit vier Händler für das TX-Modell: Auto Amthauer in Hanau, das zur Eder-Gruppe gehörende Autohaus München, das Autohaus Link in Krefeld, ein Standort von Tölke & Fischer, und die Krüll-Gruppe in Hamburg. Alle Händler oder Autohausgruppen sind auch Volvo-Partner. Laut LEVC sollen in diesem Jahr weitere Händler in Deutschland an den Start gehen.

Grundsätzlich ist LEVC offen für Partner außerhalb der Volvo-Welt, global seien bereits unabhängige Partner Teil des Händler- und Kundendienstnetzes. Gleichzeitig hätten die „Synergien zwischen LEVC und dem Schwesterunternehmen Volvo ein schnelles Wachstum des LEVC-Netzwerks ermöglicht“. Für das laufende Jahr will der Hersteller den Absatz erhöhen – und damit deutlich über den 2.500 Einheiten des Vorjahres landen.

Für Anfragen aus EU-Ländern ohne Vertriebsnetz hat der Hersteller in Frankfurt ein Verkaufsbüro eingerichtet, das alle Anfragen annimmt. Außereuropäische Anfragen wickelt die LEVC-Zentrale in Coventry direkt ab.

Angetrieben wird das Taxi von einem Elektromotor, der mit 110 kW/150 PS Höchstleistung und 255 Newtonmetern Drehmoment aufwartet. Als Range Extender dient ein 1,5 Liter großer Dreizylinder-Motor von Volvo, der als Generator die Batterie lädt.

Insgesamt kommt der TX 5 so auf eine maximale Reichweite von 600 Kilometern, rein elektrisch sind es rund 130 Kilometer. Damit könne der TX 5 für gewerbliche Nutzer jederzeit und ohne Reichweitenangst genutzt werden, heißt es dazu von LEVC. Da sich sowohl die Batterietechnologie als auch die Ladeinfrastruktur weiterentwickeln, seien Optionen mit größeren Batteriereichweiten aber durchaus denkbar.

Derzeit kostet das Modell knapp 60.000 Euro.

E-Transporter bis Ende 2020

Die Antriebstechnik des Taxis will LEVC künftig und unverändert in einem zweiten Produkt, einem Elektrotransporter, einsetzen. Auf der Nutzfahrzeugmesse in Birmingham Ende April soll das Modell vorgestellt werden. Die Konstruktion des LEVC-Elektrotransporters basiert auf der leichten Aluminiumstruktur des TX-Elektrotaxis. Derzeit werden die Prototypen des Modells als Testfahrzeuge eingesetzt – inklusive der Homologation und der Crashtests.

Bildergalerie

Die Produktion des E-Transporter soll im vierten Quartal 2020 starten. Derzeit sieht LEVC-Vorstandschef Jörg Hofmann die Vorbereitungen „genau im Zeitplan“. Der Kleintransporter soll die steigende Nachfrage nach emissionsfreien Fahrzeugen mit einer Tonne Nutzlast bedienen und damit dem Dieselantrieb den Rang ablaufen. Wieder zusammen mit dem Range Extender soll das Modell die 600 Kilometer Reichweite schaffen und den Transporter zum Verbindungsglied zwischen außerhalb liegenden Verteilzentren und der innerstädtischen Anlieferung bis zur Haustür machen.

(ID:46361025)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«