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Ludwig Spaenle: „Berufliche Bildung ist der Weiße Riese“

Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Jens Rehberg

Staatsminister Ludwig Spaenle hat sich beim bayerischen Kfz-Gewerbe für das Engagement in Sachen Ausbildung bedankt.

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Ludwig Spaenle ist Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.
Ludwig Spaenle ist Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.
(Foto: Zietz)

Ob Azubis, Eltern oder Ausbildungsbetriebe – alle wünschen sich die Berufsschule vor Ort. Bei über 400 Ausbildungsberufen ist dies in Bayern bereits heute nicht mehr möglich. In den nächsten Jahren müssen für den Berufsschulbesuch jedoch noch deutlich mehr Auszubildende als heute verreisen. Davon ist Ludwig Spaenle überzeugt: „Ausbildungsbetrieb und Berufsschule an einem Standort zu haben, das wird immer schwieriger.“ Als Begründung führte der Bayerische Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst auf dem Neujahrsempfang des Kfz-Gewerbes Bayern an, dass sich manche Berufsbilder beinahe jährlich verändern. Zudem kämen immer neue Ausbildungsberufe hinzu. Beides lasse sich in einem Flächenstaat wie Bayern nicht allerorten und schon gar nicht in allen Berufsschulen umsetzen.

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Fehlende Berufschullehrer

Die berufliche Bildung bezeichnet Spaenle dennoch als „Weißen Riesen des Bildungswesens“. Leider würde die qualifizierte Ausbildung im Handwerk im Alltag viel zu wenig wahrgenommen und wertgeschätzt. Und das obwohl der berufliche Aufstieg im dualen System bestens organisiert sei. Kein anderer Bereich des öffentlichen Schulwesens sei so erfolgreich wie die berufliche Schule. Jedoch gibt es für Spaenle in Sachen Berufsschule ein großes Problem: „Zu wenig Menschen streben das Lehramt an einer Berufsschule an. Viele Stellen können nicht besetzt werden.“

Wir können Verkauf und Service

„Bildungspolitik ist der Schlüssel für die Zukunft unseres Landes“, sagte Klaus Dieter Breitschwert in Richtung des Ministers. „Bildung bedeutet nicht nur Abitur und Hochschulstudium, sondern ebenso Mittel- und Realschule sowie die berufliche Ausbildung“, fügte der Präsident und Landesinnungsmeister des Kfz-Gewerbes Bayern an.

Breitschwert begrüßte über 700 Gäste zum diesjährigen Neujahrsempfang in München. Bereits zum zehnten Mal hatte das Kfz-Gewerbe Bayern geladen. „Wir freuen uns über die große Resonanz im Jubiläumsjahr“, sagte der Präsident sichtlich stolz.

Im vergangenen Jahr verbuchten die Betriebe des bayerischen Kfz-Gewerbes 24 Milliarden Euro Umsatz, verkauften 600.000 Neufahrzeuge und 1,1 Millionen Gebrauchtwagen. „Die Autohersteller verkaufen mittlerweile ihre Niederlassungen, weil wir es besser können“, sagte der LV-Präsident. Und in Richtung Audi, BMW und Co. sagte er: „Die Hersteller brauchen uns, aber wir benötigen faire Bedingungen. Eine Partnerschaft muss für beide Seiten Erfolg bringen.“

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Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«