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Main Bulli: Mit dem Bus-Klassiker in den Urlaub

Autor: Steffen Dominsky

Was kommt heraus, wenn zwei passionierte VW-Bus-Fans andere an ihrer Liebe zum Urlaub mit Heckmotor teilhaben lassen wollen? Genau: eine Wohnmobilvermietung mit Oldie-Bussen.

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Ludwig Sicheneder und Manuel Cazzella haben ihr Hobby zum Beruf gemacht: Sie vermieten alte T3-Camping-Busse.
Ludwig Sicheneder und Manuel Cazzella haben ihr Hobby zum Beruf gemacht: Sie vermieten alte T3-Camping-Busse.
(Bild: Maiores Photographie)

Mit dem VW Bulli in den Urlaub. Diese Rückkehr zum Urlaub der Kindheit macht ein spezielles Start-up möglich. „Es waren die schönsten Urlaube, die mit dem T3“, schwelgt Ludwig Sicheneder in seinen Kindheitserinnerungen. Sie brannten sich in die geistige Festplatte des heute 30-Jährigen ein, und zwar sehr fest.

So verwundert es auch nicht, dass sich Sicheneder, kaum dass er 18 war und den Führerschein in den Händen hielt, einen VW Bus kaufte. Mit dem erlebte er dann als Selbstfahrer viele weitere tolle und beeindruckende Reisen. Auch jene nach Schweden. Dort, auf einem Campingplatz, lernten er und seine Frau ein anderes Pärchen kennen – auch die hatten einen alten Bulli. „Den haben wir gemietet“, erklärten die beiden.

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Mieten? VW-Bus-Camper? Anderen Menschen ermöglichen, ebenso schöne Urlaube mit der nach dem Käfer bekanntesten Ikone von Volkswagen zu erleben? Aus diesen Fragen wurden Ideen, und aus diesen wurde im vergangenen Jahr ein Geschäftsmodell. „Main Bulli“ – in Anlehnung an den Fluss Main in ihrer unterfränkischen Heimat – heißt das Unternehmen, das reisewütigen Mitmenschen Camper bzw. Wohnmobile vermietet. Nur eben nicht irgendwelche bzw. neue Fahrzeuge, sondern historische: „VW Bullis“ der dritten Generation („T3“). Hinter oder besser gesagt neben Sicheneder steht sein Freund Manuel Cazzella. Zusammen betreiben sie die Klassikvermietung.

Mit drei Fahrzeugen wollten sie starten. Aufgrund der großen Nachfrage wurden es in Windeseile fünf, und kürzlich kam der sechste hinzu. Ein weiteres Aufstocken des Fahrzeugpools ist nicht ausgeschlossen, berichtet Sicheneder: „Die Nachfrage ist wirklich sehr groß. Gerade aktuell zu Pfingsten mussten wir vielen Interessenten absagen, und auch im Hochsommer wird die Situation ähnlich sein.“ Sicher nicht verwunderlich, immerhin erfreuen sich VWs praktische Heckmotorschachteln größter Beliebtheit – und das über Generationen hinweg. „Neulich hatten wir drei potenzielle Mieter auf dem Hof, die einen Bus für den Urlaub suchten. Kind, Mutter, Oma – T3 eben. Das ist doch echt toll, oder?“, freut sich der Main-Bulli-Gründer.

Ängste, dass die betagten Gefährte im Urlaub streiken und den Genuss desselben trüben könnten, sind unbegründet, ist sich Sicheneder sicher. Mehrere Mechaniker kümmern sich stets um die technische Unversehrtheit der Mietmobile. Und wenn doch mal ein Teil das Zeitliche segnet? „Diese Fahrzeuge bekommt heutzutage quasi jeder Dorfschmied wieder flott“, argumentiert Sicheneder zu Recht. Bislang trat dieser Fall jedoch noch nicht ein. Überhaupt seien die Kunden sehr verständnisvoll, was den Umgang mit der alten Technik angeht. Und sie gingen sehr sorgsam und pfleglich mit den Fahrzeugen um, resümiert der Mann, der alte Busse liebt und von Beruf Lehrer ist – noch.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group