Abhöraffäre Managerin involviert? Nächste Durchsuchung bei VW

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Im Sommer hatte die Spitzelaffäre rund um Volkswagen und den Zulieferer Prevent mit dem Tod des Hauptverdächtigen ihren traurigen Höhepunkt genommen. Doch noch ist der Fall längst nicht aufgeklärt.

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Die Abhöraffäre zieht bei Volkswagen weiter ihre Kreise.
Die Abhöraffäre zieht bei Volkswagen weiter ihre Kreise.
(Bild: Volkswagen)

Für Ermittlungen zur VW-Abhöraffäre hat es weitere Durchsuchungen beim Autobauer in Wolfsburg gegeben. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte am Montag die Aktion, bei der „das Unternehmen Dokumente und Dateien übergeben“ habe. Zunächst hatte das Online-Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ über eine mögliche Ausweitung der Affäre berichtet.

Bei der Abhöraktion geht es um den Mitschnitt von vertraulichem Audiomaterial aus einer VW-Arbeitsgruppe. Bevor der Konzern im März 2018 alle Verträge mit dem Zulieferer Prevent kündigte, sollen Unternehmensvertreter länger über den künftigen Umgang mit der Firma beraten haben. Ende Juli dieses Jahres wurde der mutmaßliche Maulwurf aus der VW-internen Arbeitsgruppe enttarnt.

Kurz darauf wurde dessen Leiche in einem ausgebrannten Auto in Rottorf (Landkreis Helmstedt) gefunden. Für die Ermittler deutet vieles auf einen Suizid hin. Abschließend geklärt ist dies aber nicht. „Noch wird ein Gutachten zu dem Fahrzeug abgewartet“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Die Strafverfolger hatten im August zudem mitgeteilt, dass sie einem möglichen Brandanschlag auf das Haus des Mannes auf den Grund gehen.

Aufzeichnungen im Auftrag einer Managerin?

Volkswagen bestätigte am Montag die Übergabe und Sicherherstellung von Datenträgern in der Vorwoche. Dem „Business Insider“-Bericht zufolge ging es bei den Durchsuchungen vom vergangenen Dienstag um einen Verdacht gegen eine Managerin.

Diese soll demnach das Aufzeichnen von vertraulichen Konzernsitzungen bei dem Hauptverdächtigen beauftragt haben. Die Staatsanwaltschaft wollte den Bericht inhaltlich nicht kommentieren, um die andauernden Ermittlungen nicht zu gefährden.

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