Manipulierte Adblue-Einspritzung senkt Lkw-Kosten

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Überhöhte Abgasemissionen sind nicht nur ein Problem der Diesel-Pkw. Auch manche Nutzfahrzeuge liegen weit über den offiziellen Werten. Laut offiziellen Zahlen sind daran aber nicht die Hersteller, sondern die Halter schuld.

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Kraftstoff- (li.) und Adblue-Tanks gehören heute in Lkw zusammen. Doch nicht immer kann die Adblue-Einheit richtig arbeiten.
Kraftstoff- (li.) und Adblue-Tanks gehören heute in Lkw zusammen. Doch nicht immer kann die Adblue-Einheit richtig arbeiten.
(Bild: Daimler)

Bei manchen Lkw manipulieren Halter oder Fahrer die Abgasreinigung: Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) hat im laufenden Jahr bei 3.668 Verdachtskontrollen in 65 Fällen eine Manipulation feststellen könne. Das waren also knapp 1,8 Prozent der kontrollierten Fahrzeuge. Zuvor kursierende Zahlen, nach denen rund 20 Prozent der osteuropäischen Lkw mit manipulierter Abgasreinigung fahren, konnten nicht belegt werden.

Seit der statistischen Erfassung des Delikts im Juli 2017 haben BAG-Kontrolleure und Polizei knapp 300 Lkw mit ausgetrickster Abgasreinigung entdeckt, wie die Bundesregierung nun auf eine Anfrage des Parlaments mitgeteilt hat. Verdachtsmomente gab es bei knapp 11.000 kontrollierten Fahrzeugen.

Die Manipulation soll den Verbrauch der Abgasreinigungsflüssigkeit Adblue begrenzen und somit die Betriebskosten bei Langstrecken-Lkw senken. Als Resultat erhöht sich der NOx-Ausstoß der Fahrzeuge deutlich. Die häufigste Form des Abgasbetrugs dürfte der Einsatz eines sogenannten Emulators sein. Dieser simuliert gegenüber der Motorsteuerung eine funktionierende Adblue-Anlage, obwohl diese in Wahrheit deaktiviert ist.

Waren die Emulatoren bislang fest verbaut, sind nach den Erfahrungen des BAG mittlerweile Steckerlösungen im Einsatz, die bei einer sich anbahnenden Kontrolle unauffällig entfernt werden können. Die Entdeckung derartiger Eingriffe dürfte künftig also schwieriger werden.

Erwischten Fahrern droht ein Bußgeld und eine Nachforderung von Mautgebühren aufgrund der faktisch schlechteren Abgasnorm. Insgesamt wurden bislang knapp 254.000 Euro per Nacherhebungsbescheid eingefordert.

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