Markenausblick: Immer zwei Schritte voraus

In Oslo wird 2019 der erste Polestar-Space eröffnen. Auch in mehreren deutschen Großstädten wird es die hochmodernen Markenstores geben.
In Oslo wird 2019 der erste Polestar-Space eröffnen. Auch in mehreren deutschen Großstädten wird es die hochmodernen Markenstores geben. (Bild: Volvo)

Egal ob bei der Elektrifizierung der Antriebe, bei autonom fahrenden Fahrzeugen oder neuen Mobilitätsdienstleistungen: Die Schweden stehen stets an vorderster Front und gestalten den Wandel aktiv mit. Und sie beweisen eindrucksvoll, dass Größe nicht alles ist.

[ADVERTORIAL] Als sich Volvo-Chef Håkan Samuelsson im Juni 2018 im neu eröffneten Werk in Charleston, USA, auf die Bühne stellte, um gemeinsam mit Werksarbeitern das jüngste Modell des schwedischen Herstellers zu enthüllen – die Limousine Volvo S60 –, war das für den Manager ein ganz besonderer Moment. „Volvo ist jetzt endgültig eine globale Marke“, konnte er vor der versammelten internationalen Presse und Vertretern aus Politik und Wirtschaft verkünden. Stolze 1,1 Milliarden US-Dollar hatte Volvo in den Bau seiner neuen Fertigungsstätte investiert, in der seit November 2018 das Mittelklassemodell gebaut und ab 2021 dann auch die zweite Generation des Marken-Flaggschiffs Volvo XC90 vom Band rollen wird.

Beachtliche Entwicklung

Der Weg, den die schwedische Marke seit dem Verkauf von Ford an den chinesischen Automobilkonzern Geely Holding vor nunmehr gut acht Jahren zurückgelegt hat, ist beachtlich. 2010 verkaufte die damals hoch defizitäre schwedische Traditionsmarke global nur rund 374.000 Pkw. Seitdem jagt ein Rekordjahr das nächste: Im vergangenen Jahr konnte Volvo weltweit bereits 571.577 Einheiten absetzen.

Bis zum Jahresende 2020 will Håkan Samuelsson die 800.000er-Marke pro Jahr knacken. Das Erstaunliche dabei ist: Das Modellportfolio selbst hat sich seit dem Eigentümerwechsel vor acht Jahren nicht wesentlich verändert, das Markenimage, das Design und die Technologie des Konzerns hingegen sehr wohl. Volvo ist heute ein Premium-Hersteller, der nicht nur sichere, sondern auch technisch innovative und vor allem begehrliche Autos baut. Aus einem kleinen schwedischen Hersteller kantiger Kombis ist ein Global Player geworden, mit Werken und Entwicklungszentren in Europa, China und jetzt auch in den USA.

Es ist aber vor allem der Wille der Schweden, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen, der die gesamte Branche immer wieder aufhorchen lässt. Viele seiner visionären Strategien begründet Volvo mit seiner Größe: Als verhältnismäßig kleiner Player im Kampf mit den Auto-Giganten müsse man sich auf das konzentrieren, was man als meistversprechend erachte, wird Håkan Samuelsson nicht müde zu betonen.

Regelmäßig setzt sich der Hersteller ehrgeizige Ziele, die er dann auch konsequent verfolgt: Im Jahr 2010 verkündete Volvo im Rahmen seiner Vision Zero, dass im Jahr 2020 kein Volvo-Fahrer mehr schwer verletzt oder getötet werden soll. Im Jahr 2014 gaben die Schweden bekannt, sich von ihren Fünf- und Sechszylindermotoren zu verabschieden, und in Zukunft nur noch Vierzylinder-Motoren bauen zu wollen. Im vergangenen Jahr läutete Håkan Samuelsson als einer der Ersten der Branche die schrittweise Abkehr vom Verbrennungsmotor und damit das Ende des Diesels ein: Der Manager gab bekannt, dass Volvo in keine neue Dieselgeneration mehr investieren werde. Als Grund nannte er, dass die chemische Nachbehandlung zur Eindämmung der Stickoxidemissionen aufgrund der immer strengeren Grenzwerte so teuer werde, dass sie sich selbst in den höheren Fahrzeugklassen nicht mehr lohne.

Die Limousine Volvo S60, die aktuell in den USA und China auf den Markt und im Sommer 2019 auch nach Europa kommt, ist das erste Volvo-Modell, das ohne Selbstzünder angeboten wird. Doch damit nicht genug: Künftig wird es bei den Schweden keine neuen Fahrzeuge mehr mit reinem Verbrennungsmotor geben. Jedes ab 2019 neu eingeführte Volvo-Modell wird einen elektrifizierten Antrieb an Bord haben – sei es in Form eines Mild- oder eines Plug-in-Hybrids –, oder das Fahrzeug wird ein reiner Stromer sein. „Wir werden Autos mit Verbrennungsmotoren auslaufen lassen, Benzin-Hybrid-Versionen sind zukünftig unser Angebot in der Transformationsphase auf dem Weg zu einer vollständigen Elektrifizierung“, bringt Håkan Samuelsson die künftige Antriebsstrategie auf den Punkt.

Eine zentrale Rolle auf dem Weg zur Elektrifizierung spielt die Effizienz in der Produktion. Volvo hat mit der 40er-, der 60er- und der 90er-Familie ein klar strukturiertes Modellangebot, das von zwei Produktarchitekturen getragen wird: der kompakten Modular-Architektur CMA und der großen skalierbaren Plattform SPA. Diese beiden Architekturen machen es auch möglich, die Skaleneffekte zu nutzen, um die Entwicklung der nächsten Generation elektrifizierter Fahrzeuge zu beschleunigen. Volvo will auch in diesem Bereich ganz vorne mit dabei sein. Schon im Jahr 2025 sollen 50 Prozent aller weltweit verkauften Fahrzeuge der schwedischen Premiummarke über einen rein elektrischen Antrieb verfügen. Seit 2013 mit dem Volvo V60 TwinEngine der erste Plug-in-Hybrid mit Diesel- und Elektromotor überhaupt auf den Markt kam, sollen dann insgesamt eine Million elektrifizierte Volvo-Modelle auf den Straßen unterwegs sein.

Mehrgleisige Markenstrategie

Schaffen will Volvo dieses ehrgeizige Ziel über eine mehrgleisige elektrische Markenstrategie: Mit Polestar haben die Schweden im vergangenen Jahr eine eigenständige, elektrifizierte Hochleistungsmarke vorgestellt. Das erste Polestar-Modell wird 2019 eingeführt. Beim sportlichen Hybrid-Coupé Polestar 1 handelt es sich um einen 2+2-Sitzer, der von einem Vierzylinderbenziner und zwei Elektromotoren angetrieben wird. Geplant ist, jährlich rund 500 Einheiten des Plug-in-Hybridmodells zu produzieren, und diese über ein All-inclusive-Abomodell zu vermarkten.

Noch im selben Jahr folgt dann die Vorstellung des vollelektrischen
Polestar 2, der Anfang 2020 verfügbar sein wird. Für 2021 steht das dritte Modell, ein Crossover auf SUV-Basis, auf dem Plan. Auch drei rein elektrische Volvo-Modelle werden schrittweise bis 2021 auf den Markt kommen. Damit wird Volvo in der Lage sein, eine der umfangreichsten elektrifizierten Modellpaletten der Autobranche anzubieten.

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