Markenhandel schludert bei Gebrauchtwagen

Autor Martin Achter

Rückschritt in einem zunehmend wichtigen Geschäft: Laut einer Studie hat die Kundenorientierung im Gebrauchtwagenhandel abgenommen. Die Fabrikatshändler lassen es an verschiedenen Stellen schleifen.

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Das Gesamtergebnis der Studie „Der deutsche Gebrauchtwagenhandel 2014“
Das Gesamtergebnis der Studie „Der deutsche Gebrauchtwagenhandel 2014“
(Grafik: Concertare)

Die Kundenorientierung im fabrikatsgebundenen Gebrauchtwagenhandel hat einer Studie zufolge nachgelassen. Besonders deutlich ging die Qualität des GW-Geschäfts bei den Skoda-Partnern zurück, wie aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Concertare mit Sitz im nordrhein-westfälischen Burscheid hervorgeht. Die VW-Konzernmarke rutschte im Ranking von Platz eins im Vorjahr auf Platz acht ab. Über die Marken hinweg sank die Geschäftsqualität um zwei Punkte.

Concertare untersuchte das Gebrauchtwagengeschäft der verschiedenen Marken in einer ganzen Reihe von Dimensionen, darunter Beratungsqualität, Bedarfsanalyse und das Verhalten der Verkäufer bei Preisverhandlungen. Eine Gruppe von Testern besuchte dazu in den vergangenen Monaten insgesamt 720 Autohäuser 20 verschiedener Fabrikate. Je Marke erfolgten zwischen 20 und 50 Testbesuche.

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Ein wichtiges Ergebnis der Untersuchung: In wichtigen Dimensionen des Gebrauchtwagengeschäfts wie der Bedarfsanalyse oder der Probefahrt erhielt kein einziges der untersuchten Fabrikate die Noten „sehr zufriedenstellend“ oder „zufriedenstellend“. Die besten Marken im Ranking schnitten mit der Bewertung „weniger zufriedenstellend“ ab.

Platz eins im aktuellen Ranking teilen sich Porsche und Volvo. Mit den beiden Erstplatzierungen entfiel in dem Ranking der zweite Platz. Platz drei gehört mit Ford und den Premiumherstellern Audi, BMW und Mercedes-Benz gleich vier Marken. Danach folgen Hyundai auf Platz sieben, Skoda auf Platz acht sowie Peugeot, Toyota und VW auf Platz neun.

Bei der Beratungsqualität lag Volvo an der Spitze. Auch bei der Bedarfsanalyse konnte das skandinavische Fabrikat den Spitzenplatz ergattern. In Sachen Preisverhandlung erreichten Alfa Romeo und Audi gemeinsam die Top-Position.

Das Gebrauchtwagengeschäft hat für den fabrikatsgebundenen Handel in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen und gilt als wichtiger Ertragsbringer. Die Hersteller treiben die Professionalisierung des Geschäftszweigs mit eigenen Programmen voran. Fabrikate wie Audi setzen darauf, den Anteil junger Gebrauchtfahrzeuge, der über das eigene Netz gehandelt wird, deutlich zu steigern.

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