Markt für Gebrauchte schmiert im März ab

Autor: Andreas Grimm

Wenig überraschend ist im März die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen kräftig gesunken. Interessant ist allerdings die Höhe des Rückgangs ebenso wie die relative Stabilität in Teilbereichen des Gebrauchtfahrzeugmarkts.

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(Bild: Achter)

Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt hat sich im März erwartungsgemäß auf eine steile Talfahrt begeben. Neben der Corona-Krise im Allgemeinen haben geschlossene oder nur teilweise geöffnete Zulassungsstellen die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen deutlich reduziert. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts hatten im März noch 462.576 Autos den Halter gewechselt – 25,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Die Pkw-Neuzulassungen gingen sogar 37,7 Prozent in den Keller.

„Das Geschäft mit Gebrauchtwagen ist massiv beeinträchtigt“, schreibt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe in einer Kurzbewertung des Automarktes im März. War der Markt in den ersten beiden Monaten noch 3,4 Prozent im Plus, sank die Gesamtzahl der Besitzumschreibungen von Pkw im ersten Quartal um 6,8 Prozent auf knapp über 1,66 Millionen Einheiten. Um die Auswirkungen der Krise abzumildern, fordert der Verband die Wiederzulassung des stationären Autoverkaufs „nach Ostern unter Wahrung des Gesundheitsschutzes und der Hygienevorschriften“ sowie ein Ende der Engpässe bei den Zulassungsstellen.

Die gleiche Situation herrscht im Nutzfahrzeugsektor, wobei allerdings die Zahl der Besitzumschreibungen prozentual weniger deutlich sank. Gebrauchte Lkw wechselten in 27.243 Fällen den Halter – das waren 19,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Bei den Sattelzugmaschinen betrug das Minus sogar nur 12,0 Prozent. Die deutliche Talfahrt hat jedoch zur Konsequenz, dass sich die Gesamtsituation nach dem ersten Quartal verschlechtert hat. Die Zahl der Lkw-Umschreibungen lag mit 98.076 Fällen aber immer noch 0,2 Prozent über dem Vorjahreswert.

Voll durchgeschlagen hat im Gebrauchtfahrzeugmarkt die Corona-Krise dagegen in den eher speziellen Teilsegmenten der Krafträder und der Omnibusse. Die Umschreibungen in den beiden Fahrzeugklassen sanken im März um 31,1 Prozent beziehungsweise 38,8 Prozent.

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Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«