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Marktforscher erwarten E-Auto-Boom in Deutschland

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Der E-Automarkt ist weltweit in Bewegung geraten. Noch spielt China dabei eine führende Rolle. Doch die Analysten von McKinsey erwarten, dass Deutschland zum Marktführer aufschließen wird. Doch es gibt Unterschiede zwischen Europa und Asien.

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Elektrisches Tanken wird sich in den kommenden Jahren immer weiter verbreiten.
Elektrisches Tanken wird sich in den kommenden Jahren immer weiter verbreiten.
(Bild: Sabine Muench)

Derzeit hat China eine dominierende Rolle im Elektroautomarkt, doch diese Position wird sich nach Ansicht der Unternehmensberatung McKinsey in den kommenden Jahren relativieren. Zumindest in der Produktion wird Deutschland bereits im Jahr 2020 zum Reich der Mitte aufgeschlossen haben, heißt es im „Electric Vehicle Index“, den das Unternehmen seit 2010 erhebt. 1,3 Millionen E-Mobile sollen dann hierzulande vom Band rollen. Derzeit liegt Deutschland mit einem Anteil an der Weltproduktion von 18 Prozent noch deutlich hinter China (41 %).

Treiber des Produktions- und Nachfrageanstiegs sollen eine Vielzahl neuer Modelle werden. Für 2018 und 2019 sind weltweit fast 250 neue E-Mobile angekündigt, hat McKinsey errechnet. „Die E-Automärkte werden sich weltweit weiter dynamisch entwickeln“, erwartet Nicolai Müller, Seniorpartner von McKinsey. Allerdings gibt es unterschiedliche Vorlieben der Käufer. In Europa ist jedes zweite E-Auto ein Plug-in-Hybrid. In Asien ist dieser Anteil viel niedriger.

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Eine wichtige Rolle für den E-Auto-Absatz spielen die in unterschiedlicher Höhe gewährten Kaufprämien. In China ist der E-Boom durchaus auf die hohen Subventionen zurückzuführen. Dort sind etwa 40 Prozent des Kaufpreises durch Zuschüsse und Nachlässe gestützt. In Deutschland sind es im Schnitt knapp 20 Prozent. In China sind allerdings auch viele günstige Kleinwagen als E-Mobile erhältlich von Marken, die außerhalb des Landes niemand kennt. Insgesamt können die Kunden dort unter rund 100 Modellen wählen.

Konkret hat McKinsey für 2017 einen globalen E-Auto-Absatz von 1,2 Millionen Neuwagen ermittelt. Dabei habe China mit 600.000 Fahrzeugen etwa die Hälfte des Marktes bestritten, für Europa geben die Marktbeobachter 306.000 Einheiten an, für die USA 200.000 E-Neuwagen. Speziell zum chinesischen Markt kursieren aber noch höhere Zahlen. Das Center of Automotive Management (CAM) vermeldete vor einigen Wochen einen Absatz von 770.000 Einheiten. Einig sind sich beide Forschergruppen allerdings in der Einschätzung der weiter steigenden Bedeutung der Elektromobilität.

Deutsche Marken in Deutschland stark

Noch sorgen viele Einflüsse für eine unterschiedliche Entwicklung, auch Fragen wir privilegiertes Parken oder die Ladeinfrastruktur beeinflussen die Entwicklung. „Einen weltweit einheitlichen E-Auto-Markt gibt es nicht“, konstatiert Müller. Das schlägt sich in den Zulassungsstatistiken nieder. In China stammen die fünf meistverkauften E-Autos allesamt von chinesischen Anbietern. In Deutschland sind vier deutsche Marken unter den Top 5, ebenso ist das Verhältnis in den USA.

Wie sich die Produktion, Infrastruktur und Nachfrage in den verschiedenen Staaten entwickeln, hat passend dazu „Germany Trade & Invest“ (GTAI) ermittelt, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Das Ergebnis: Bei der Suche nach einer umweltfreundlicheren Mobilitätszukunft verfolgt jedes Land andere Strategien und nutzt andere Werkzeuge (alle Ergebnisse).

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