Maserati: „Kein business as usual“

Autor: Jens Rehberg

Giulio Pastore, Europachef von Maserati, hält das Fabrikat auf Wachstumskurs. »kfz-betrieb« hat mit ihm über die Ziele und die Anforderungen an neue Händler gesprochen.

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Giulio Pastore
Giulio Pastore
(Foto: Maserati)

Am Rande einer Händlerveranstaltung hat »kfz-betrieb« mit dem General Manager Maserati Europe, Giulio Pastore, über die möglichen Tücken des Wachstums und den idealen Wunschvertriebspartner gesprochen. Der muss sich auf jeden Fall mit Geländelimousinen auskennen ...

Redaktion: Herr Pastore, mit dem Ghibli und dem Levante, der Anfang 2016 auf den Markt kommt, planen Sie mittelfristig einen globalen Absatz von rund 75.000 Einheiten pro Jahr bei Maserati. Bereitet Ihnen diese Absatzbeschleunigung in Bezug auf Image und Exklusivität keine Sorgen – auch wegen der Ausweitung der Aktivitäten im Flottenbereich?

Giulio Pastore: Das bereitet uns weder kurz- noch langfristig Kopfzerbrechen. Bei einem globalen Produktionsausstoß von derzeit rund 75 Millionen Neufahrzeugen pro Jahr sind 75.000 Maserati-Modelle nach wie vor der berühmte „Tropfen im Ozean“. Ein Maserati wird nach wie vor ein exklusives Fahrzeug sein. Und wie man beim global äußerst erfolgreichen Ghibli sieht: ein bezahlbares ab 65.380 Euro obendrein.

Mal abgesehen vom Produkt, wie und mit welchen Maßnahmen wollen Sie diese Zahlen erreichen?

Es ist nun mal so, dass das Produkt über allem anderen steht. Das gilt insbesondere für einen Maserati. Mit der Einführung des Ghibli und der anstehenden Vorstellung des SUV Levante erobern wir gänzlich neue Käuferschichten für Maserati. Da wir zuvor weder eine Premium-Sportlimousine in der oberen Mittelklasse noch einen SUV in unserem Portfolio hatten, entsteht Wachstum auf ganz natürliche Weise. Selbstverständlich spielen dabei die Alltagstauglichkeit der neuen Fahrzeuge, ein guter Service beim Händler vor Ort sowie dank des Ghibli der Eintritt in das sogenannte „fleet business“ eine Rolle für das Wachstum.

In Deutschland haben Sie 2014 rund 1.300 Einheiten verkauft. Was ist Ihr Ziel für 2018 in Deutschland?

Wir kalkulieren mit rund 3.500 Einheiten.

Sie haben nach wie vor auch hierzulande Open Points – was erwarten Sie von einem idealen neuen Handelspartner?

Passion und Leidenschaft sind der Schlüssel, um die Herzen unserer Kunden zu erobern. Und diese Maserati-Passion muss der Handelsbetrieb liefern. Sehen Sie, Maserati hat eine herausragende Historie, die durch Leistung und die Liebe zum Auto geprägt ist. Das kann man an vielen Details in unseren Fahrzeugen sehen und fühlen. Vielleicht kann man sagen, dass unser „business“ kein „business as usual“ darstellt. Man kann auch sagen, dass wir das absolute Gegenteil von gewöhnlich sind. Natürlich muss ein zukünftiger Maserati-Betrieb das Automobilgeschäft von der Pieke auf kennen – insbesondere das Geschäft im Premium-Business-Segment wie auch in der Vermarktung von SUVs. Denn: In diesen beiden Segmenten erreichen wir komplett neue Käufergruppen, die wir bislang nicht hatten, aber künftig rund 90 Prozent des Geschäftsvolumens ausmachen. Die Basis für all das wird durch eine solide betriebswirtschaftliche Geschäftsführung des Handelsbetriebs abgerundet.

Und was haben Sie anzubieten? Wie hoch ist derzeit die durchschnittliche Rendite eines europäischen Handelspartners von Maserati?

Wir wissen um diese Zahlen, klar. Ich bitte jedoch um Verständnis, dass wir darüber nicht öffentlich Auskunft geben. Schließlich handelt es sich bei all unseren Partnern um private Betriebe. Es wäre demzufolge nicht fair, über die Rentabilität anderer zu sprechen. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass sowohl die absoluten Einnahmen pro Fahrzeug wie auch die individuelle Marge pro Modell extrem positiv ist. Darüber hinaus sind unsere Anforderungen, was die Erfüllung von Standards wie Größe des Showrooms oder Anzahl der Mitarbeiter anbelangt, nicht überdimensioniert. Es gilt: Partner, die eine gute Leistung abliefern, werden auch gutes Geld verdienen.

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