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Massenweise Automobilia vom Datenblatt bis zum Ersatzmotor

Autor: Steffen Dominsky

Im Rahmen der angeblich größten Automobilia-Auktion des Jahres bringt das Auktionshaus Ni-Cola Classics jede Menge Sammlerstücke rund um Ferrari unter den Hammer. Ebenso gibt es rare Porsche-Motoren und vieles andere zu ersteigern.

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Viel Ferrari und dazu andere Renner: Dieser Alfa Romeo 8C Monza im Maßstab 1:5 ist eines von sehr vielen Sammlerstücken, die von Ni-Cola Classics versteigert werden.
Viel Ferrari und dazu andere Renner: Dieser Alfa Romeo 8C Monza im Maßstab 1:5 ist eines von sehr vielen Sammlerstücken, die von Ni-Cola Classics versteigert werden.
(Bild: Ni-Cola Classics)

Fast sechs Jahrzehnte lang hat der Niederländer Jean-Louis Bezemer systematisch gesammelt. Sein Fachgebiet: Ferrari. Nun hat der 80-Jährige entschieden, sich aus gesundheitlichen Gründen von seinem umfassenden und akribisch aufbereiteten Archiv zu trennen. Diese Aufgabe in Form einer Versteigerung übernimmt das Ladenburger Auktionshaus Ni-Cola Classics. „Nirgendwo weltweit gibt es etwas Vergleichbares“, so Tobias Friedrich, Gründer und Inhaber von Ni-Cola Classics: „Diese Sammlung gilt unbestritten als einmalig in ihrer Qualität und Quantität.“

Bezemer, der als Autorität in der internationalen Ferrari-Sammlerszene einen exzellenten Ruf besitzt, freut sich, dass nun Enthusiasten aus aller Welt die Chance erhalten, seine Schätze zu übernehmen und weiter zu betreuen. Am 20. und 21. November 2020 wird die Sammlung Bezemer online versteigert. Rund 1.200 Aktenordner mit weit über 100.000 Blättern, dazu rund 5.000 Fotos und Negative sowie etwa 2.500 Bücher, Prospekte, Pressemappen und Betriebsanleitungen sind im Angebot. Exklusiv für diese außergewöhnliche Auktion legt Ni-Cola Classics einen eigenen Katalog auf, der jedes der über 650 Lots auf 323 Seiten zweisprachig und mit Foto vorstellt. Er dürfte selbst als Referenzwerk ein künftiges Sammlerstück werden.

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Nicht weniger spannend fallen die über 3.600 exquisiten, oft überraschenden Automobilia-Lots aller Epochen aus. Mit diesem Umfang gerät die Herbstauktion laut Ni-Cola Classics zur weltweit größten Automobilia-Auktion des Jahres. Zu den herausragenden Lots zählen neben hochwertigen Ersatzteilen für rare Porsche-Modelle wie 550 Spyder, 908, 917, 959 und 911 GT1 folgende Highlights:

  • Lot 86: Alfa Romeo 8C Monza, bis ins kleinste Detail aufwendig gearbeitetes Modell im Maßstab 1:5, entstanden in 3.000 Stunden Handarbeit, Limit: 37.000 Euro
  • Lot 992: Mercedes-Benz SSK, großartige Handarbeit im Maßstab 1:5, faszinierende Details, Limit: 45.000 Euro
  • Lot 1101A: Motor für Porsche 917, Hubraum 5,0 Liter, einbaufertig, Limit: 600.000 Euro
  • Lot 1959: Motor für Porsche 3.0 RSR, Limit: 195.000 Euro
  • Lot 1962: Motor für Porsche 959, Limit: 265.000 Euro
  • Lot 2759: Ersatzteilkonvolut für den einzigen Ferrari F40 LM Rennwagen, Teilnahme bei den 24 Stunden von Le Mans 1995 und 1996, Limit: 140.000 Euro

Alle Lots listet Ni-Cola Classics in einem extra Katalog auf, ebenfalls zweisprachig und über 600 Seiten stark. Auch er stellt jedes Lot mit Foto vor. Beide Kataloge sind im Set gegen eine einmalige Gebühr von 15 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer und Versandkosten) bei Ni-Cola Classics als gedrucktes Werk erhältlich. Zudem sind die Inhalte jederzeit frei und ohne Anmeldung unter abrufbar.

Wie ein Junge größter Ferrari-Fan wurde

Wie damals alles begann, weiß der Niederländer Jean-Louis Bezemer noch genau. Er war zwölf Jahre alt, als er mit seinem Vater in Belgien unterwegs war. Sie stießen während ihrer Reise auf eine Straßensperre, und die Gendarmen informierten sie über den Grund der Blockade: das Training für das Grand-Prix-Rennen von Spa-Francorchamps im Juni 1952. Vater und Sohn standen gemeinsam in einer Kurve, als die Wagen vorbeischossen. „Die beiden Ferrari kamen vorbei, und ich dachte nur: Wie schön diese Wagen sind! So viel schöner als alle anderen“, blickt Bezemer zurück. Am Steuer saßen damals Alberto Ascari, der spätere Sieger, und Giuseppe Farina, der auf Rang zwei fuhr. Bezemer erinnert sich auch gut an den einzigartigen Sound der Ferrari 500 mit ihren zwei Liter großen Vierzylindern. Um den Jungen war es jedenfalls geschehen: Die ersten Ferrari-Modellautos folgten, rasch auch Bücher, die Bezemer zunächst in New York bestellen musste – die amerikanische Szene war stets einen Schritt weiter.

1960 fuhr Jean-Louis Bezemer als junger Fan mit seiner Vespa aus den Niederlanden bis ins Werk nach Modena. Dort erlebte er einen spontanen wie herzlichen Empfang, und er konnte exzellente Beziehungen zu Ferrari aufbauen. Auch traf er Enzo Ferrari in der Folge mehrere Male. So wuchs seine Sammlung mit den Jahren. „Die meiste Zeit habe ich investiert, Magazine zu kaufen, die Beiträge über Ferrari enthielten“, sagt der Sammler. Sukzessive erstellte er detaillierte Portfolios, ergänzte sie stetig und sortierte sie nach Fahrgestellnummern. Ein kommerzielles Interesse hat Bezemer dabei nie verfolgt. Im Alltag war er Unternehmer in der Möbelbranche, in seiner Freizeit trieb ihn über Jahrzehnte die Leidenschaft für die Marke Ferrari um. Diese Begeisterung half ihm auch, über schwierige Lebenphasen mit schwerer Krankheit zu kommen: „Ich habe immer darüber nachgedacht, was ich noch alles machen muss. Das hat mir Mut und Energie gegeben.“

Ni-Cola Classics lädt jedes Jahr zu zwei Automobilia-Auktionen nach Ladenburg. Zusätzlich zu den Auktionen betreibt das Unternehmen einen exklusiven Webshop, der Zugriff auf verschiedenste Automobilia und Oldtimerteile bietet. Eine weitere Spezialität ist der Handel mit außergewöhnlichen Oldtimern, oft ausgesuchten Raritäten. Ni-Cola Classics versteht sich als seriöse Plattform, die mit neutraler Beratung und großer Expertise die Grundlagen für einen sicheren, fairen Kauf oder Verkauf schafft.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group