Mazda fädelt Carsharing-Deal mit Flinkster und Lidl ein

Autor: Julia Mauritz

Der Leverkusener Importeur startet ein Carsharing-Angebot mit bundesweit 850 Fahrzeugen aus seiner kompletten Modellpalette. Die rund 300 Stationen sind an Bahnhöfen und Lidl-Supermärkten angesiedelt. Mazda-Händler haben zunächst nicht allzu viel von der Aktion.

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Wer ein Mazda-Fahrzeug buchen will, kann dies außer bei Flinkster über die neue Mazda-App tun.
Wer ein Mazda-Fahrzeug buchen will, kann dies außer bei Flinkster über die neue Mazda-App tun.
(Bild: Choice)

Mazda Deutschland steigt nach einem Pilotprojekt in Köln ins bundesweit flächendeckende Carsharing ein. Für sein stationsgebundenes Angebot hat sich der Importeur als Kooperationspartner den Mobilitätsdienstleister Choice (ehemals CC Unirent), das Carsharing-Netzwerk Flinkster sowie den Discounter Lidl ausgewählt.

Bis Ende August steuert Mazda Deutschland 850 Fahrzeuge ein, die an rund 300 Stationen stehen werden – 150 Autos werden unter dem Motto „Dein persönlicher Einkaufswagen“ auf 50 ausgewählten Lidl-Parkplätzen in Nordrhein-Westfalen zu finden sein. „Für ein stationsgebundenes Carsharing-Angebot ist es wichtig, dass die Fahrzeuge an Plätzen stehen, die gut erreichbar sind“, erklärt Stefan Kampa, Senior Manager Retail, Fleet & Mobility bei Mazda Deutschland, diese Standortwahl. Zur Verfügung stellt der Importeur voll ausgestattete Fahrzeuge aus seiner kompletten Modellpalette: vom Roadster Mazda MX-5 über den City-Flitzer Mazda 2 bis hin zum SUV Mazda CX-5.

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Buchen können die Kunden die Fahrzeuge wahlweise über die neue Mazda-Carsharing- oder die Flinkster-App, die schon rund 400.000 registrierte Kunden zählt. Die Preise für eine 15-minütige Nutzung starten dem Importeur zufolge bei einem Euro.

Der komplette Buchungsprozess ist dabei digital: von der Registrierung über die Führerscheinvalidierung bis hin zur Abrechnung, die automatisiert per Kreditkarte oder Lastschrift erfolgt. Auch die Fahrzeuge lassen sich per App öffnen und wieder schließen.

Händler können Servicepartner werden

Die deutschen Mazda-Händler sind – zumindest vorerst – lediglich in den Service, die Wartung und die Pflege eingebunden: Ein Autohaus, das in der Nähe eines Carsharing-Standorts angesiedelt ist, kann eine sogenannte Servicepartnerschaft übernehmen und sicherstellen, dass die Fahrzeuge technisch und optisch immer in einem Topzustand sind. Zudem hätten Mazda-Partner die Möglichkeit, mittels Flyern in den Fahrzeugen für sich zu werben, hieß es auf Nachfrage beim Leverkusener Importeur. Nach einer zwölfmonatigen Laufzeit will Mazda die Carsharing-Autos über seine zentrale Gebrauchtwagenplattform an die Händler vermarkten.

Stefan Kampa erklärt, welche Erwartungen er an das Carsharing-Angebot hat, das er als weiteren Schritt auf dem Weg zum ganzheitlichen Mobilitätsanbieter sieht: „Wir erhoffen uns, über das Angebot Menschen für unsere Marke und unsere Fahrzeuge zu begeistern und den Mobilitätsbedarf auch in der Fläche abzudecken.“

Perspektivisch kann sich Stefan Kampa durchaus vorstellen, dass die Autohäuser auch selbst Fahrzeuge einsteuern: „Da es seitens unserer Händler Vorbehalte hinsichtlich der Auslastung und der Beschädigung von Fahrzeugen gab, haben wir entschieden, erst einmal selber Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln. Bis zum Jahresende werden wir erste Ergebnisse auswerten können und dann gemeinsam das weitere Vorgehen besprechen“, erklärt Stefan Kampa. Auch Gespräche mit weiteren Standortpartnern würden bereits laufen. Der Mazda-Händlerverband wollte sich auf Nachfrage zum Mazda-Carsharing nicht äußern: Dazu fehlten ihm die nötigen Informationen.

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Stv. Ressortleiterin