Mazda-Händler: „Wir brauchen Perspektiven“

Redakteur: Vera Scheid

Die Netzumstrukturierung ist weitgehend abgeschlossen. Jetzt fordern die Händler vom Imoprteur wieder mehr Unterstützung bei Vertrieb und Marketing, um die Marke auf Kurs zu bringen.

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(Foto: Scheid)

Die Stimmung bei den Mazda-Händlern bleibt getrübt: Zwar wird die Marke 2012 das vereinbarte Zulassungsziel von 40.000 Einheiten erreichen. Aber gegenüber dem schon nicht besonders erfolgreichen Vorjahr (41.330 Pkw-Zulassungen) bedeutet das erneut keine Steigerung. Mit der Netzumstrukturierung sei Mazda Deutschland zwar einen ersten Schritt gegangen. „Aber jetzt brauchen wir wieder eine klare Strategie und innovative Werbemaßnahmen, um die Marke auf Kurs zu bringen“, sagte der Präsident des Mazda-Händlerverbands Werner Prange auf der Jahresversammlung am Samstag in Essen. „Wir müssen die Marke gemeinsam dahin zurückbringen, wo sie hingehört: Wir wollen wieder 2,5 Prozent Marktanteil und 75.000 Einheiten.“

Die 2.804 Neuzulassungen im August und ein Marktanteil von 1,4 Prozent seien nicht gut und auch nicht schönzureden. „Wir brauchen dringend mehr Einheiten, um unseren Serviceertrag zu halten.“ Zwar sei der CX-5 ein beliebtes Modell, doch die Lieferzeiten seien zu lang: „Bei sieben oder acht Monaten Wartezeit entscheiden sich die Kunden häufig für ein vergleichbares Modell der Konkurrenz“, so Prange. Auch der neue Mazda 6, der den Händlern im November präsentiert wird, sei ein attraktives Fahrzeug, reiche aber alleine nicht aus, um wieder auf Kurs zu kommen.

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Händler fordern mehr Transparenz

Prange forderte vom Importeur deshalb mehr Transparenz: „Wir wollen wissen, wo die Reise hingeht, denn wir brauchen Perspektiven.“ Der Hersteller sei in der Pflicht, Maßnahmen gegen den Negativtrend zu ergreifen und die Kundenansprache innovativer und kreativer zu gestalten: „Uns muss jedes Mittel recht sein, um die Aufmerksamkeit der Kunden zu erlangen.“ Die für November angekündigten Werbemaßnahmen, die den Händlern bereits vorab auf einer Roadshow präsentiert wurden, seien ein erster Schritt.

Neue Signalisationsrichtline sorgt für Unmut

Ein weiterer Kritikpunkt der Händler war die Vorgehensweise des Importeurs bei der Anpassung der Signalisationsrichtline. Ab dem 1. November 2012 gestattet Mazda Motors Deutschland den reinen Servicepartnern nur noch einen Wandausstecker – Pylon, Fassadenband und Fahne sind den Vertragshändlern vorbehalten. Einige der rund 160 Kollegen, die ab November nur noch einen Servicevertrag haben, könnten sich laut Prange von der Marke abwenden. Darunter könnte auch die Kundenzufriedenheit leiden. Doch Mazda will ein einheitliches Erscheinungsbild der Servicepartner und hält deshalb an der Richtlinie fest. Nichtdestotrotz dürften die reinen Servicepartner nicht stiefmütterlich behandelt werden, denn schließlich gehörten auch sie zum Mazda-Netz und müssten perfekten Service bieten, so Prange.

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