Medele-Schäfer: Neubau in Weilheim

Autor: Jens Rehberg

Johannes Medele und Peter Schäfer halten trotz der aktuellen Krise an ihren Plänen fest: In Weilheim soll im kommenden Jahr ein komplett neuer Mercedes-Benz-Betrieb für die 75 Mitarbeiter des Haupthauses der Gruppe entstehen.

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Im neuen Haupthaus östlich des Weilheimer Stadtgebietes kann Medele-Schäfer Vertrieb und Service wieder unter einem Dach anbieten.
Im neuen Haupthaus östlich des Weilheimer Stadtgebietes kann Medele-Schäfer Vertrieb und Service wieder unter einem Dach anbieten.
(Bild: Benz & Ziegler)

Der Mercedes-Benz-Vertreter Medele-Schäfer baut seinen Hauptstandort in Weilheim im kommenden Jahr neu auf. Wie die Autohandelsgruppe in der vergangenen Woche bekannt gegeben hat, soll das neue Autohaus ein Flagship-Betrieb nach den Vorgaben des Retail-Excellence-Konzeptes von Daimler werden.

Die aktuelle Krisensituation hat an den Planungen nichts geändert. „Wir rechnen das Projekt auf 30 Jahre, in so einem Zeitraum werden wir wahrscheinlich mit mehreren Wirtschaftskrisen konfrontiert“, sagte Geschäftsführer Peter Schäfer am Montag im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Dem Händler bereitet die Investition in zweistelliger Millionenhöhe keine schlaflosen Nächte. „Wir sind sehr eigenkapitalstark.“ Vier der sechs Gruppenstandorte seien schuldenfrei. Sicherheit geben zudem die Bestandsgrundstücke in guter Weilheimer Lage – ob sie nach dem Umzug verkauft werden, ist allerdings noch nicht entschieden.

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Die Lage des Neubaus beurteilt Schäfer jedenfalls als keinen Deut schlechter als die des bisherigen Verkaufsraums, obwohl der Standort jetzt in ein östlich der Stadt gelegenes Gewerbegebiet verlegt wird. „Der Platz liegt an einer hochfrequentierten Ausfallstraße in Richtung Starnberger See“, erläutert der Unternehmer. In direkter Nachbarschaft sitzt zudem ein Baustoffhändler.

Die Notwendigkeit eines Neubaus wäre laut Peter Schäfer auch ohne die Forderung des Herstellerpartners gegeben, den Hauptsitz nach der neuen Prozess- und Markenarchitektur von Mercedes-Benz umzustrukturieren. „Wir arbeiten in Weilheim schon länger sehr beengt.“ Verkauf und Service finden in separaten Gebäuden statt, die mehrere hundert Meter auseinander liegen. An einem dritten Ort im Stadtgebiet befindet sich das Fahrzeuglager, an einem vierten handelt Medele-Schäfer mit Old- und Youngtimern. In der künftigen Zusammenlegung sieht Schäfer großes Potenzial für Synergien. Außerdem ist das neue Autohaus für ihn Voraussetzung für künftiges Wachstum.

Hilfreich dafür sei nicht zuletzt auch der jetzt mögliche Neuaufbau aller betrieblichen Prozesse. „Der Digitalisierungsschub im Rahmen des Retail-Excellence-Konzeptes, vor allem aber die neue Service-Lane mit einem sehr effizienten Annahmeprozess werden uns große Vorteile bringen“, ist Peter Schäfer überzeugt.

Mit der Baugenehmigung rechnet der Händler noch in diesem Jahr – 2021 werden dann voraussichtlich die Arbeiten beginnen. Eröffnet werden soll auf jeden Fall noch im Laufe des Jahres 2021, denn genau 100 Jahre zuvor wurde die Reparaturwerkstatt Medele in Weilheim gegründet.

Medele-Schäfer beschäftigt derzeit an sechs Standorten in Weilheim, Landsberg, Königsbrunn, Schwabmünchen, Bad Wörishofen und Füssen 380 Mitarbeiter. Mit dem zuletzt kommunizierten Jahresumsatz von rund 140 Millionen Euro ist das Unternehmen nach eigenen Angaben der größte Mercedes-Vertriebspartner in Oberbayern und Schwaben.

Erst vor gut zwei Jahren hatten sich das Autohaus Medele und Schäfer & Waibl zur Medele-Schäfer GmbH zusammengeschlossen.

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