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Mehr digitale Elemente im Mercedes-Handel

| Autor: Stephan Richter

In einem seiner letzten Interviews als Mercedes-Benz-Vertriebsleiter hat Joachim Schmidt im Gespräch mit »kfz-betrieb« die neuen Strukturen der Daimler AG und die Vertriebspläne der Zukunft erläutert.

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(Foto: Richter)

Joachim Schmidt ist nach über 34 Jahren Dienstzeit für die Daimler AG in den Ruhestand getreten. Zuletzt verantwortete er den weltweiten Vertrieb von Mercedes-Benz Cars und brachte viele strukturelle Neuerungen auf den Weg, die der Konzern in den kommenden Monaten umsetzt. Beispielsweise trennt das Unternehmen weltweit ab 2014 die Sparten Pkw, Transporter und Lkw organisatorisch voneinander, zudem erhält jedes Geschäftsfeld eine umfassende Spartenverantwortung – inklusive der Themen Vertrieb und Aftersales. Kurz vor seiner Demission sprach Schmidt mit »kfz-betrieb« über die Zukunft des Vertriebs.

„Wir verändern unsere Organisation, weil sich auch unser Geschäft ändert: Nie zuvor waren die Kundenanforderungen so unterschiedlich wie heute, nie zuvor hatten wir auch innerhalb unserer Geschäftsfelder so vielfältige Produktpaletten“, sagte Schmidt im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Mit der neuen Struktur schafft der Konzern klare Verantwortlichkeiten im Markt.

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Für die globale Ausrichtung hat der Daimler-Vorstand die Kernpersonalien entschieden und unmittelbar danach kommuniziert. Noch offene personelle Entscheidungen – vor allem die in der Berliner Zentrale des Mercedes-Benz Vertriebs Deutschland – wird der Vorstand in den nächsten Wochen treffen. Schon klar ist, dass ab dem 1. Januar Andreas von Wallfeld den Vertrieb der Marke Mercedes-Benz Pkw im deutschen Markt verantwortet.

Auch die Händler digital ausrüsten

Die Neuausrichtung ist ebenso Teil des „Best Customer Experience“-Programms wie die zukünftige Vertriebsstrategie des Herstellers. Hier möchte Mercedes deutlich vernetzter zur Sache gehen. „Der Vertrieb der Zukunft wird über viele verschiedene Kanäle ablaufen. Wichtig ist, dass wir die Kunden überall bedienen können und ihnen ein Premiumerlebnis über alle Markenkontakte hinweg verschaffen. Zudem werden wir auch unseren Händler die Chance bieten, zunehmend digitale Elemente im Showroom und im direkten Kundenkontakt einzusetzen“, erklärte Schmidt.

Dem Vertriebsleiter ist es dabei wichtig, digitale Elemente und neue Technologien gezielt dort einzusetzen, wo sie dem Kunden einen Mehrwert bringen. „In diesem Sinne richten wir auch die Technik in unseren Fahrzeugen an den Kundenbedürfnissen aus. Ein zunehmend vernetztes Fahrzeug stellt allerdings auch ganz neue Anforderungen an das Kundenmanagement. Hierzu müssen wir unsere Händler natürlich entsprechend schulen“, sagte Schmidt.

Onlinevertrieb im Schulterschluss mit dem Handel

Bei seinen Plänen zum Onlinevertrieb steht das Unternehmen im ständigen Austausch mit dem Mercedes-Benz-Händlerverband. Noch in diesem Jahr starten die Niederlassungen in Hamburg und Warschau mit dem Onlineverkauf von Neuwagen. „Zunächst bieten wir einen Teil unserer Produktpalette als vorkonfigurierte Fahrzeuge an – im Leasingmodell und ohne Inzahlungnahmen“, erläuterte Schmidt die ersten Schritte.

Persönliches Fazit fällt gut aus

Seiner Zeit bei der Daimler AG kann Schmidt viel Gutes abgewinnen: „Die Marke hat mir zu jeder Zeit die Passion für meinen Job gegeben. Ich habe den Zeitpunkt meines Ausstiegs selbst gewählt. Zwar gehe ich mit etwas Wehmut, freue mich aber auch auf mehr Zeit für meine Hobbies sowie meine Aufgabe als Aufsichtsratsvorsitzender beim VfB Stuttgart“, lautet das Fazit des scheidenden Vertriebsverantwortlichen. Zudem plant Schmidt, sich einen Oldtimer zuzulegen: „Die Marke können Sie sich wohl denken.“

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 Stephan Richter

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