Kfz-Gewerbe Hessen Mehr Tempo beim Ausbau der Ladeinfrastruktur nötig

Von Nick Luhmann

Wenn die politischen Ziele in Sachen Elektromobilität erreicht werden sollen, muss beim Ausbau der Ladeinfrastruktur mehr aufs Gas gedrückt werden. Vor allem in Hessen ist das Angebot für Stromer noch unzureichend, sagt Jürgen Karpinski, ZDK-Präsident und Chef des Kfz-Gewerbes in Hessen.

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Das Ladeangebot für Stromer ist noch nicht ausreichend. Vor allem in Hessen können E-Autos verhältnismäßig schlecht Strom tanken.
Das Ladeangebot für Stromer ist noch nicht ausreichend. Vor allem in Hessen können E-Autos verhältnismäßig schlecht Strom tanken.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die bundesweite Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität ist weiterhin lückenhaft. Während die Anzahl der Elektro-Pkw steigt, hinkt das Ladesäulenangebot den Zielen weit hinterher, findet Karpinski und beruft sich auf das neue VDA-Ladenetz-Ranking. Vor allem in Hessen sei noch „viel Luft nach oben“.

In Hessen müssten sich demnach 29 Elektrofahrzeuge (BEV) eine Ladesäule teilen, wenn man die amtlichen Zahlen der Bundesnetzagentur zugrunde lege. Das sind acht Fahrzeuge mehr als im Bundesdurchschnitt.

Laut Karpinski sei das allerdings kein vollständiges Bild der Ladeinfrastruktur. Denn nach wie vor würden private Ladepunkte, wie es sie beispielsweise in den Autohäusern und Kfz-Meisterbetrieben gebe, nicht mitgezählt. Am 1. November 2021 habe es 1.535 öffentlich zugängliche Ladesäulen in Hessen für rund 45.000 Elektrowagen gegeben.

Der sogenannte T-Wert dient als Grundlage für das Ranking der rund 400 bundesweiten Zulassungsbezirke. Er zeigt an, wie viele E-Pkw sich einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt teilen müssen. Deutscher Spitzenreiter ist Salzgitter mit einem Wert von 5,9.

Offenbach schließt besonders schlecht ab

In Hessen ist wie beim vergangenen Ranking der Vogelsbergkreis auf Platz 45 mit einem Wert von 12,1 Landesbester, gefolgt vom Landkreis Kassel auf Rang 89 mit einem Wert von 14,1 und dem Landkreis Fulda (16,1) auf Platz 122. Schlusslicht in Hessen ist die Stadt Offenbach auf dem letzten bundesweiten Platz mit dem Wert 95,1.

Beim A-Wert der VDA-Tabelle, der die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte im Verhältnis zu allen zugelassenen Autos zeigt, ist Wolfsburg mit 153 Pkw pro Ladepunkt bundesweiter Tabellenführer. Die Stadt Darmstadt führt das hessische Ranking auf Platz 19 mit einem Wert von 518 an, gefolgt vom Landkreis Kassel (675) und dem Vogelsbergkreis (861). Die hessische „rote Laterne“ geht wie beim T-Wert nach Offenbach (3.435).

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