Online-Autohandel Meinauto geht doch nicht an die Börse

Autor / Redakteur: dpa / Lena Sattler

Meinauto hat den Börsengang abgesagt. Gemeinsam mit seinem britischen Finanzinvestor Hg entschied sich das Unternehmen kurzfristig dagegen. Grund sei das ungünstige Marktumfeld.

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Meinauto hat den ursprünglich geplanten Börseneinstieg verschoben. Ursprünglich sollte der 12. Mai der erste Handelstag an der Frankfurter Börse werden.
Meinauto hat den ursprünglich geplanten Börseneinstieg verschoben. Ursprünglich sollte der 12. Mai der erste Handelstag an der Frankfurter Börse werden.
(Bild: Deutsche Börse)

Der Online-Neuwagenhändler Meinauto hat seinen für diesen Mittwoch (12. Mai) geplanten Börsengang überraschend und kurzfristig abgesagt. Die Emission werde verschoben. „Grund dafür sind die derzeit ungünstigen Marktbedingungen für wachstumsstarke Unternehmen“, teilte Meinauto am Dienstag (11. Mai) in Oberhaching mit. Die Entscheidung hätten das Unternehmen und der britische Finanzinvestor Hg gemeinsam getroffen. Meinauto und Hg strebten weiter einen Börsengang an, „sobald sich die Marktbedingungen normalisieren“.

Das Unternehmen hatte als ersten Handelstag an der Frankfurter Börse den 12. Mai anvisiert. Geplant war eine Marktkapitalisierung von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro. In der Tat haben die Schwankungen bei Technologie-Aktien seit Februar zugenommen. Allerdings halten sich die Verluste in Grenzen: So ist der US-Aktienindex Nasdaq Composite als wichtiges Barometer für Tech-Werte von seinem Höchstkurs lediglich um knapp 6 Prozent gefallen – eher eine kleine Korrektur.

Berliner Start-up startete schon erfolgreich

Der Berliner Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 hatte Anfang Februar ein erfolgreiches Börsendebüt hingelegt. Nach Angaben von Marktbeobachtern war die Nachfrage nach Aktien des Berliner Start-ups damals schon in der Zeichnungsphase groß gewesen.

Die Meinauto Group hatte die Preisspanne für den geplanten Börsengang auf 16 bis 20 Euro je Aktie festgelegt und wollte mit den neu ausgegebenen Inhaber-Stammaktien am unteren Ende der Preisspanne einen Bruttoerlös von 150 Millionen Euro erzielen. Am 3. Mai hatte der Vorstandschef der Meinauto Group, Rudolf Rizzolli, betont, der Börsengang sei auf gutem Weg: „Wir sind begeistert von dem positiven Feedback, das wir bei der Vorstellung unseres einzigartigen Angebots und Wachstumspotenzials erhalten.“

Bereinigtes operatives Ergebnis stieg um 25 Prozent

Die Meinauto Group mit rund 380 Mitarbeitern ist nach eigenen Angaben die führende Online-Plattform für den digitalen Vertrieb von Neuwagen in Deutschland. Hg ist den Angaben zufolge ein „führender Investor in Software- und Dienstleistungsunternehmen“ und verwalte derzeit über

30 Milliarden US-Dollar Kapital. Das Portfolio umfasse mehr als 35 Software- und Technologieunternehmen weltweit.

Ende März hatte die Meinauto Group darauf verwiesen, dass Deutschland der mit Abstand größte Neuwagenmarkt in Europa sei mit einem Gesamtvolumen von etwa 70 Milliarden Euro. Der Online-Anteil liege bisher bei 2 Prozent, erwartet werde eine Steigerung auf mindestens

15 Prozent bis 2025. Meinauto Group habe 2020 mehr als 39.000 Neuwagen-Bestellungen abgewickelt. Der bereinigte Umsatz sei im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf 212 Millionen Euro gestiegen, das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) um 25 Prozent auf 38 Millionen Euro. Zum Ergebnis unterm Strich wurden keine Angaben gemacht.

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