Mercedes-Benz Vans auf Erfolgskurs

Autor / Redakteur: Stephan Richter / Dr. Dominik Faust

Die Mercedes-Vertreter in Deutschland steuern 2016 bei den leichten Nutzfahrzeugen zum dritten Mal in Folge auf ein Rekordjahr zu. Der Handel legt aber nicht nur bei den Absatzzahlen und den Erträgen zu.

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Jochen Dimter leitet den Mercedes-Benz-Vans Vertrieb in Deutschland seit Anfang 2015.
Jochen Dimter leitet den Mercedes-Benz-Vans Vertrieb in Deutschland seit Anfang 2015.
(Bild: Stephan Richter)

Jochen Dimter, Geschäftsleiter Transporter und Vans im Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland (MBVD), zieht im Rahmen der IAA Nutzfahrzeuge ein positives Fazit über die Vertriebsstrategie des Herstellers. Der Handel legt aber nicht nur bei den Absatzzahlen und den Erträgen zu. Ebenso steigt die Zufriedenheit der Transporterkunden.

Dass die Ergebnisse so gut ausfallen, käme Dimter zufolge nicht von ungefähr: 2015 führte der Hersteller in Deutschland seine Van-Pro-Center ein. Bis 2017 sollen 80 Prozent aller Standorte das Gütesiegel für transporterspezifische Beratung, Produktpräsenz und Service tragen. Dies sei ein ehrgeiziges Ziel; Dimter sieht den MBVD aber auf einem guten Weg. Einige Betriebe wären gerade in der Pilotphase, mehr als 100 sind jedoch bereits zertifiziert.

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„Es ist genau die richtige Zeit für die Van-Pro-Center. Würde es sie noch nicht geben, müssten wir sie jetzt erfinden. Die Ansprüche der Kunden sind gestiegen. Dem wollen wir mit den richtigen Prozessen begegnen. Die passenden Produkte haben wir bereits im Programm“, sagt Dimter.

Neuer Mobilitätsdienstleister

Pünktlich zur IAA habe der Hersteller daher auch mit der „Mercedes-Benz Vans Mobility GmbH“ einen neuen Mobilitätsdienstleiter gegründet, der künftig alle Dienstleistungen rund um den Van, wie Miet-, Sharing- oder Flottenmanagementlösungen aus einer Hand anbietet. Im Mietgeschäft lösen sich die Transporter damit von den Lkws, die nach wie vor unter der Marke „Charterway“ vermietet werden. Neu sind Dimter zufolge unter anderem Pläne für flexible Mietkonzepte auch für individuelle Branchenlösungen, mit denen die Mercedes-Kunden je nach Bedarf ihre Flotte aufstocken können. 2017 sollen erste Angebote im Pilotmarkt Deutschland starten.

Mehr Standards laut Kundenwunsch

Mit dieser Vorbereitung sieht der Vertriebsleiter das Händlernetz für die zukünftigen Pläne des Herstellers gerüstet. Dies gelte unter anderem für die Themen Konnektivität und Elektromobilität. Im Jahr 2018 möchte Mercedes erneut einen voll elektrischen Van zur Serienreife bringen. „Vor fünf Jahren war der Markt noch nicht so weit. Jetzt ist der Trend nicht mehr aufzuhalten“, betont Dimter. Daher sieht er auch keinen Grund, über mögliche neue Standards für die Händler zu diskutieren. „Wir als Hersteller müssen gar nichts fordern. Das werden die Kunden tun. Wir raten vielmehr jedem Partner, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen.“

Vision Van mit serienreifen Anwendungen

Zudem stelle sich Dimter nicht die Frage, ob das vernetzte Fahrzeuge kommt, sondern eher wie schnell. „Wir haben auf der IAA unseren Vision Van und unser Konnektivitäts-Programm Mercedes Pro Connect vorgestellt. Beim Vision Van handelt es sich um die Konzeptstudie eines komplett vernetzten Fahrzeugs, in das unsere Entwickler keine Phantasieprodukte, sondern schon fertige Anwendungen eingebaut haben.“

Fahrzeuge, die den Lieferanten über den Ersatzteilbestand an Bord informieren, um nachts Nachschub zu bekommen; ein intelligentes Laderaumsystem, eine cloudbasierte Steuerungssoftware oder neue Lieferkonzepte für die Zustellung – das alles soll laut Mercedes den Van der Zukunft ausmachen und den Schulungsbedarf der Mercedes-Autohäuser erhöhen. Mit dem webbasierten Service Mercedes-Pro-Connect sei der Fuhrparkmanager oder der Disponent über das Fahrzeugmanagement-Tool mit allen Fahrzeugen und Fahrern verbunden und könne zum Beispiel online Aufträge steuern oder Fahrzeuginformationen in Echtzeit abfragen.

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