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Mercedes-Benz: Vier Rückrufe für zahlreiche Modelle

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Viktoria Hahn

Probleme an der Sitzlehnenverriegelung, der Ölzulaufleitung des Abgasturboladers, der Karosserieabdichtung und den vorderen Bremsscheiben müssen Partnerbetriebe bei diversen Baureihen beheben. In Summe sind weltweit 24.200 Einheiten betroffen.

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(Bild: Daimler)

Bei Mercedes haben sich wieder einige Rückrufmeldungen angesammelt. Die größte Aktion betrifft laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) weltweit knapp 12.000 Einheiten der C- und E-Klasse, sowie GLC, EQC und AMG GT Viertürer Coupé (Baureihen 205, 213, 253, 293 und 290). Bei Fahrzeugen mit elektrischer Entriegelung der Rücksitzlehne könnte das linke Fondsitzlehnenschloss bei einem Unfall mit schwerem Gepäck im Kofferraum versagen.

Der Tausch des Bauteils ist für Modelle aus dem Produktionszeitraum Januar bis Mai dieses Jahres vorgesehen und dauert in der Vertragswerkstatt etwa eine Stunde, wie ein Daimler-Sprecher auf Anfrage sagte. Die Maßnahme mit dem internen Code „9295001“ steht in Deutschland für 3.961 Exemplare an.

Brandgefahr wegen austretendem Öl

Ebenfalls eine längere Baureihen-Liste umfasst der Rückruf „0993102“. Hier geht es um E-, G- und S- Klasse sowie AMG GT Viertürer Coupé (BR 213, 463, 217, 222 und 290) mit Vierliter-Achtzylinder Benzinmotor aus dem Produktionszeitraum vom Mai 2018 bis Oktober 2019. Weil das Elastomer-Material der Ölzulaufleitung des Abgasturboladers nicht der Spezifikation entspricht, „könnte infolge thermischer Belastungen im Fahrbetrieb eine punktuelle Undichtigkeit der Ölzulaufleitung entstehen“, erklärte der Sprecher. Kommt austretendes Öl in Kontakt mit heißen Bauteilen besteht Brandgefahr.

Die Feststellung gilt für weltweit 9.772 Fahrzeuge, davon 1.158 in Deutschland. Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für den Tausch der Ölzulaufleitung zum Abgasturbolader werde rund zwei Stunden in Anspruch nehmen, hieß es.

Beeinträchtigung der Bremsleistung möglich

Nur auf jeweils eine Baureihe konzentrieren sich die Maßnahmen „4290201“ und „6290301“. Erstere sieht einen etwa zwei Stunden dauernden Tausch der Bremsscheiben an der Vorderachse von 203 C-Klasse-Modellen (BR 205) aus dem Produktionszeitraum vom September 2018 bis November 2019 vor. Knapp die Hälfte der Fahrzeuge muss in deutsche Vertragsbetriebe.

Grund: Die ursprünglich verbauten Teile könnten in Durchmesser und Dicke zu klein sein. Mögliche Folgen seien ein Austritt von Bremsflüssigkeit sowie eine Beeinträchtigung der Bremsleistung. Ein erhöhter Bremsflüssigkeitsverlust werde dem Fahrer aber über eine Warnmeldung im Kombiinstrument angezeigt, betonte der Sprecher.

Eintretendes Wasser könnte Elektronik beschädigen

Protagonist des vierten Rückrufs ist der neue Kompakt-SUV GLB (BR 247). Zwischen Juli 2019 und März 2020 könnte die Karosserie im Bereich der vorderen Radhäuser nicht entsprechend der Spezifikation abgedichtet worden sein. Wasser in den vorderen Fußräumen könnte jedoch die Funktion von in diesem Bereich verbauten Steuergeräten und anderen elektrischen Komponenten beeinträchtigen.

„Unter anderem könnte dadurch das Kombiinstrument ausfallen und keine Informationen mehr anzeigen sowie der Motor im Fahrbetrieb ausgehen oder sich nicht mehr starten lassen“, warnte der Sprecher. Knapp 2.200 Exemplare, davon 380 in Deutschland, müssen für etwa drei Stunden zu einer Neuabdichtung der Karosserie und Überprüfung der Fußräume zum Mercedes-Partner.

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist