Mercedes GLA: Mobiler Trekkingschuh

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Das Segment der kompakten SUV ist derzeit besonders erfolgreich. Jetzt will auch Mercedes mit dem GLA ein Stück vom Kuchen abhaben. Die Voraussetzungen dafür bringt der Wagen mit.

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Der neue GLA ist der erste Kompakt-SUV von Mercedes.
Der neue GLA ist der erste Kompakt-SUV von Mercedes.
(Foto: Mercedes)

Das SUV-Segment ist nach wie vor die Fahrzeugklasse mit den größten Zuwachsraten. Besonders beliebt sind die kompakten Kraxler, die sich für leichtes Gelände und den Großstadtdschungel eignen. Audi und BMW sind hier bereits erfolgreich mit X1 und Q3 vertreten, Porsche hat gerade seinen Macan vorgestellt und nun möchte auch Mercedes mit dem neuen GLA ein Stück vom Kuchen abhaben. Denn obwohl die Schwaben bereits vier Geländegänger in ihrem Portfolio haben, fehlte bisher einer dieser erfolgreichen Kompakten.

Der neue GLA stammt zwar aus der Familie der A-Klasse, ist aber dennoch ein eigenständiges Auto und hat durchaus das Zeug, zu einem Erfolgsmodell zu werden – wie seine kompakten Brüder. Denn mit ihm fühlt man sich in der Stadt und auf der Autobahn genauso wohl wie in leichtem bis mittelschwerem Gelände. Und wem das noch nicht reicht, der kann eine Version des Haustuners AMG bekommen, mit dem man dann auch auf der Rennstrecke glänzen kann.

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Doch der GLA fährt nicht nur gut, sondern er sieht auch gut aus. Vielleicht ist er sogar die bessere A-Klasse, schließlich muss man beim GLA nicht – wie bei der A-Klasse – mit einer äußerst unübersichtlichen Karosserie leben. Außerdem sitzt man ein gutes Stück höher, was ebenfalls der Übersicht zugute kommt.

Helmut Größer, Leiter Produktmanagement Compact Cars und SUV bei Mercedes, bezeichnet den neuen GLA als den Trekkingschuh im SUV-Portfolio, während die G-Klasse eher der Bergstiefel sei. Der Vergleich passt ganz gut. Auf Asphaltstraßen bietet der kompakte Wagen eine hervorragende Laufruhe, das Fahrwerk bügelt Unebenheiten und Querfugen souverän aus. Auch dank der leisen Motoren kann man mit dem GLA wunderbar sanft dahingleiten.

Gut im Gelände

Trotzdem besitzt er durchaus gute Geländeeigenschaften. Wer eine Version mit Allradantrieb wählt, bekommt ein spezielles Offroad-Fahrprogramm dazu, das die Schaltpunkte des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes, die Gaspedalkennlinie und die Eingriffsschwellen der Fahrdynamikregelungen an das Fahren im Gelände anpasst. Gleichzeitig verteilt die Elektronik die Antriebsmomente offroad-spezifisch auf Vorder- und Hinterachse. Außerdem bietet der GLA eine Bergabfahrhilfe, die den Wagen automatisch auf der über den Tempomaten eingestellten Geschwindigkeit hält.

Wer oft ins Gelände fährt, kann den GLA auch mit einem um 30 Millimeter hochgelegten Offroad-Fahrwerk bekommen. Wer den Wagen dagegen nur wegen seiner Karosserieform wählt, ohne jemals abseits der Straßen zu fahren, für den bietet Mercedes ein um 15 Millimeter tiefergelegtes Fahrwerk.

Um das Fahren im Gelände für die Insassen noch spaßiger zu gestalten, kann man sich auf dem optionalen Display im Cockpit einen Offroad-Bildschirm anzeigen lassen. Der zeigt dann den aktuellen Lenkwinkel, einen Kompass und die Seitenneigung in Grad sowie Steigung und Gefälle in Prozent.

Für den Antrieb bietet Mercedes beim normalen GLA zunächst zwei Benziner- und zwei Dieselaggregate. Das Leistungsspektrum reicht dabei von 100 kW/136 PS bis 155 kW/211 PS (siehe Bildergalerie).

Mit Ausnahme des Basis-Benziners lassen sich alle Motorisierungen mit dem Allradantrieb kombinieren. Bis auf den Basis-Benziner und den Basis-Diesel mit Frontantrieb beinhalten alle Antriebsstränge zudem serienmäßig das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Dank einer elektrischen Ölpumpe ist es auch Start-Stopp-fähig, was dem Kraftstoffverbrauch in der Stadt zugute kommt. Damit der auch auf Überlandpassagen nicht zu hoch ausfällt, zeigt Mercedes mit dem GLA, dass ein SUV nicht unbedingt einen Luftwiderstand wie eine Schrankwand haben muss. Seine Karosserie glänzt mit einem cw-Wert von 0,29.

Der Sportschuh ab 55.870 Euro

Auch der Mercedes-Haustuner AMG soll von dem Boom im SUV-Segment profitieren. In der AMG-Version ist der GLA mit einem 265 kW/360 PS starken Vierzylinder-Turbomotor ausgestattet, der den Wagen in 4,8 Sekunden 0 auf 100 km/h katapultiert. Damit spielt AMG in einer Liga mit dem Porsche Macan und setzt sich von seinen Wettbewerbern aus Bayern ab; weder bei Audi noch bei BMW gibt es einen kompakten SUV mit dieser Leistung.

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Zwischen 2.250 und 5.000 min-1 liegen bei dem Aggregat zudem 450 Nm Drehmoment an. Da braucht es schon den serienmäßigen Allradantrieb, um die Kraft sicher auf die Straße zu bringen. Dieser verteilt das Antriebsmoment variabel bis zu einem Verhältnis von 50 zu 50 zwischen Vorder- und Hinterachse.

Gemeinsam mit dem AMG-Sportfahrwerk und einer Parameterlenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung giert der GLA 45 AMG förmlich nach der nächsten Kurve. Für den dazugehörigen Sound sorgt eine Sport-Abgasanlage mit automatisch gesteuerter Abgasklappe. Die lässt beim Beschleunigen ein kräftiges Grollen ertönen und bei jedem Gangwechsel steuert die Elektronik mittels automatischem Zwischengas noch ein paar zusätzliche Bässe bei. AMG gibt den Normverbrauch des kompakten Sportlers mit respektablen 7,5 Litern pro 100 Kilometer an. Wer jedoch einmal die Dynamik des GLA 45 AMG gespürt hat, wird nicht einmal ansatzweise versuchen, diesen Wert auch zu erreichen.

Den GLA verkauft Mercedes ab 15. März zu einem Einstandspreis von 29.303,75 Euro, den GLA 45 AMG gibt es dann ab Juli zu einem Preis von mindestens 55.870,50 Euro.

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